Bei manchen Veranstaltungen weiß man genau, was einen erwartet: Vorträge, Folien, Kaffeepause, wieder Folien, und Tschüss. Beim Barcamp war es anders.
Wir waren beim Barcamp Digitale Barrierefreiheit in Tübingen zu Gast – und sind wieder mal begeistert zurückgekommen. Nicht nur wegen des Themas, sondern vor allem wegen des Formats: keine festen Referentinnen, kein starres Programm, kein klassisches „Wir sprechen, ihr hört zu“.
Stattdessen entsteht der Tag gemeinsam. Wer sein Thema mitgebracht hatte, stellte es morgens kurz vor, pitchte es vor der Gruppe und anschließend entscheiden die Teilnehmenden, welche Sessions sie besuchen möchten.
Das klingt vielleicht nach Chaos, war es aber nicht. Im Gegenteil: Genau dadurch entstand ein schöner Austausch. Fachlich, persönlich, technisch, menschlich – und auch oft wo dazwischen.
Barrierefreiheit lebt vom Austausch. Das ganze Thema wird erst rund, wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven miteinander sprechen. Es ging nicht darum, ein Produkt zu verkaufen. Beim Barcamp in Tübingen kamen Dienstleister und Unternehmen, aber auch Menschen mit Behinderung, Entwicklerinnen, Redakteurinnen, Gestalterinnen und Neugierige zusammen. Genau diese Mischung hat den Tag stark gemacht. Solche Formate braucht es öfter.
Simon Christe