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Ein Stapel aus drei dicken, gebundenen Büchern schwebt knapp über einem kräftigen orangefarbenen Hintergrund. Die Bücher liegen sauber übereinander; unter ihnen ist ein weicher Schatten zu sehen, der den Schwebeeffekt betont.

Automatisierung, Barrierefrei, InDesign, Künstliche Intelligenz

♿️Die verwendete Software

In dieser Artikelreihe (Teil 1 und Teil 2) möchten wir von einem konkreten Projekt berichten. Wir durften dabei helfen, die Backlist eines Verlages barrierefrei zu machen. Vielleicht interessiert dich ein solches Projekt. Wir haben definitiv viel gelernt und teilen das Gelernte gerne hier im Blog mit dir - zumindest einen Teil davon! ☺️

Bookstack

Wir sind große Fans von zwei Themen: Dokumentation und Open-Source-Software. Daher haben wir uns entschieden, "Bookstack" zu verwenden, um mit dem Kunden die wichtigen Informationen des Projektes zu teilen.

In kürzester Zeit hatte unser IT-Admin die Software in unserem Rechenzentrum installiert und eingerichtet. Die notwendigen Berechtigungen für Kolleginnen und Mitarbeiterinnen des Kunden waren schnell eingerichtet.

Bookstack ist ein sehr einfaches System, dass aber genau die Features hat, die wir brauchten. Interessanterweise nutzt dieses Wiki Begriffe aus der Buchwelt für die interne Organisation. Die Informationen stehen auf "Seiten", die in "Kapiteln" und "Büchern" existieren und in "Regalen" sortiert sind.

Acrobat

Ohne Acrobat geht es natürlich nicht. Einige PDFs mussten repariert werden; das geht mit "Preflight" natürlich hervorragend. Aber auch das Sichten und ein paar Kontrollschritte der Tags fanden in Acrobat statt.

Switch

Jede größere Automatisierung bei Satzkiste läuft über "Enfocus Switch". In diesem Projekt haben wir per "Switch" Daten des Dienstleisters entgegengenommen, um die Alternativtexte in die PDFs zu schreiben. Dazu in einem separaten Artikel mehr.

Das Begeisternde an Switch ist die Modularität. Einerseits kann man ganz einfach unsere Lieblingsprogramme wie "InDesign", "Acrobat", "Photoshop" oder die "pdfToolbox" anschließen und steuern. Andererseits kann man genauso einfach Daten per E-Mail, Ordnerüberwachung oder FTP bewegen.

Und wenn das alles nicht ausreicht, bieten Programmierschnittstellen und API-Zugriffe weitere enorme Werkzeuge zum Gestalten von Workflows. Ein Träumchen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image-1024x354.png

pdfToolbox

Immer, wenn Acrobat nicht ausreicht (also ziemlich oft) oder wenn PDFs automatisiert verarbeitet werden müssen, nehmen wir die "Callas pdfToolbox" aus dem Werkzeugkasten.

In diesem Projekt nutzen wir die "pdfToolbox", um Defekte in den vielen hundert PDFs zu reparieren. Aufgrund der unterschiedlichen Produktionswege gibt es immer mal wieder Probleme. Daher haben wir einen Hotfolder eingerichtet, der alle PDFs mal "durchfegt". Da gilt es, die Farbprofile zu vereinheitlichen oder potenzielle Probleme mit Schriften aus dem Weg zu räumen. Anfängliche "Unwuchten" im Zusammenhang mit den vielen, vielen PDFs wurden so ausgewuchtet und die Arbeiten an den Dateien liefen viel zuverlässiger.

ATC

In Zusammenarbeit mit der Firma Actino wurde der "Alternate Text Creator" entwickelt. Diese Software ist in der Lage über "OpenAI" Alternativtexte in getaggte PDFs zu schreiben. Über "Enfocus Switch" konnte dieser Vorgang Hotfolder-basiert vollständig automatisiert werden. Diese Software ist entscheidend wichtig für das gesamte Projekt, da nur auf diese Wiese dieser wichtige Aspekt der barrierefreien PDFs verwirklicht werden konnte. Wie hätte man ansonsten für die fast 300.000 Bilder und Grafiken die Alternativtexte schreiben und integrieren sollen?

Wir gehen darauf in einem eigenen Artikel im Detail ein.

PDFix

Über Actino wurden wir auf die Software "PDFix" der gleichnamigen Firma aus der Slowakei aufmerksam gemacht.

Wer mit und an barrierefreien PDFs arbeitet, sollte sich diese Software dringend anschauen. Man kann es als "Acrobat mit Spezialisierung auf Barrierefreiheit" bezeichnen. Da, wo Acrobat aufhört, fängt PDFix an.

Ich persönlich liebe die Darstellung der Lesereihenfolge und Tags. Die kann man im Übrigen schon in der kostenlosen Version nutzen! Erst, wenn man mit PDFix Dateien verändern und speichern will, kostet die Software Geld.

Nextcloud

Um die großen Datenmengen durch die Welt zu transportieren, setzen wir auf Nextcloud. Ich bin großer Fan davon, dass ich große Dateien lokal bearbeiten und Sekunden später Personen über das Internet zur Verfügung stellen kann. Man hat also die volle Funktionalität der großen Cloud-Anbieter, aber die Daten landen nicht außerhalb unserer Server!

Neben "Brainware" ist die eingesetzte Software natürlich entscheidend, das wissen wir alle. Da wir auch und vor allem bei diesem Projekt auf Automatisierung viel Wert legten, waren wir bestens vorbereitet mit unserem "Toolset". Mir ist dabei immer wichtig, dass Automatisierung nicht nur das Potenzial hat, die Prozesse schneller zu machen, sondern auch die Qualität zu steigern.
Christoph Steffens