Was ist InCopy?

Was ist InCopy?

Wofür ist InCopy eigentlich gut?

Gerne wird InCopy als „kleines Geschwister“ vom großen InDesign beschrieben. Es sei ein, in seinen Möglichkeiten und Werkzeugen beschnittenes InDesign. Das stimmt so nicht ganz, soll für den Einstieg aber mal so stehen bleiben.
Das Programm wurde zeitgleich und parallel mit InDesign von Adobe entwickelt, hat also heute schon über 20 Jahre auf dem Buckel.

InCopy kann nicht nur InDesign-Dateien öffnen. Damit ist es übrigens nur eines von 3 Programmen, die das können. Das dritte Programm ist der InDesign-Server. InCopy ist in der Lage, die InDesign-Dateien exakt gleich anzuzeigen wie InDesign. Es nutzt den gleichen Programmcode. Das ist eine wichtige Voraussetzung, denn so sehen InCopy- und InDesign-Anwender:innen das gleiche Ergebnis während der Arbeit.

InCopy ist das, was Adobe darunter versteht, wie eine Redakteurin arbeitet. Denn Adobe hat InCopy genau zu dem Zweck entwickelt: Um die redaktionelle Arbeit zu unterstützen.

Die Vorstellungen von Adobe bezüglich des Prozesses zwischen Satz und Redaktion sind folgende: Im Satz werden die Technik und Optik festgelegt. Seiten, Farben, Absatz- und Zeichenformate, Textrahmen, Bilder und Bildrahmen und so weiter. Dann wird festgelegt, welche Inhalte von der Redakteurin bearbeitet werden dürfen und welche nicht. Anschließend bereitet die Gestalterin in InDesign die Daten für die Bearbeitung in InCopy vor. Die Redakteurin kann die InDesign-Datei nun in InCopy öffnen und die Texte in den vorgesehenen Textrahmen bearbeiten respektive füllen. Wenn zu viel Text im Rahmen ist, gibt es Übersatz – ist zu wenig Text im Rahmen, entsteht Leerraum.

Der Workflow

Technisch ist es so, dass die Gestalterin mit InDesign die Daten „für InCopy exportiert“. Im Wesentlichen passiert dann folgendes: Die festgelegten Textrahmen und ggf. darin befindlichen Texte werden in „icml“-Dateien abgelegt. Das können dann auch mal sehr viele Dateien werden, denn InDesign erstellt für jeden „Textabschnitt“ eine icml-Datei. Dabei ist ein „Textabschnitt“ entweder ein einzelner Textrahmen oder mehrere verkettete Textrahmen.
Seit ein paar Versionen funktioniert dieser Export und damit auch die Bearbeitungsmöglichkeit in InCopy für Bilder. Das heißt, die Gestalterin kann auch Bildrahmen für die Bearbeitung in InCopy freigeben. Auf diese Weise kann die Redakteurin also auch Bilder in ihren Rahmen verschieben und skalieren.

Zur Wiederholung: Die Gestalterin legt fest, ob und welche Text- und Bildrahmen inhaltlich bearbeitet werden dürfen und welche nicht! Nur die „freigegebenen“ können in InCopy bearbeitet werden. Nun greift ein weiterer Aspekt: Vom Zeitpunkt des „für InCopy exportieren“ müssen alle Beteiligten Texte und Bilder, die für InCopy exportiert wurden, auschecken und nach der Bearbeitung wieder einchecken. Die Denkweise kommt von den Ursprüngen von InCopy. Denn in den ersten Versionen des Programms konnte man es nur nutzen mit Unterstützung eines Redaktionssystems. Wenn man ein solches einsetzte, übernahm dieses die Logistik der Dateien. Es regelte also, wo indd- und icml-Dateien liegen, wer sie nutzen darf und wer welche Datei konkret aktuell nutzt. Seit einigen Versionen ist die Nutzung von InCopy auch ohne ein Redaktionssystem möglich und damit auch für kleinere Teams interessant. Aber die Verwendung der Begriffe ein- und auschecken ist geblieben.

Dies hat jedoch einen sehr angenehmen Effekt auf die Arbeit an InDesign-Dateien in Teams. Denn es ist ja zum Glück nicht möglich, dass zwei Personen zur gleichen Zeit an einer InDesign-Datei arbeiten. Wie bei fast allen Dateien wird dies vom Betriebssystem unterbunden. Nun ist es aber absolut möglich, dass eine InCopy-Anwenderin eine InDesign-Datei öffnet, obwohl diese aktuell bereits in InDesign geöffnet ist. Wie kann das sein? Wie bereits beschrieben kann man in InCopy keine InDesign-Datei bearbeiten, sondern nur freigegebene Texte und Bildrahmen. Und das auch nur, wenn diese Texte und Bildrahmen ausgecheckt wurden. Was heißt das konkret? Durch den Export der InDesign-Datei für InCopy entstehen eine ganze Menge icml-Dateien, die schön ordentlich in einem Ordner neben der InDesign-Datei liegen. Nun kann eine InDesign-Anwenderin die InDesign-Datei öffnen. Und gleichzeitig können beliebig viele InCopy-Anwenderinnen diese ebenfalls öffnen!

Die Gestalterin kann nun in InDesign Ihrer Arbeit nachgehen: An Seiten arbeiten, Farben verändern, Objekte hinzufügen und bearbeiten, und so weiter. Möchte die Gestalterin jedoch an einem für InCopy exportierten Text oder Bild inhaltlich arbeiten, muss sie das Gleiche tun, wie die InCopy-Anwenderin: Sie muss den Text oder das Bild „auschecken“. Dadurch ist dieser Text oder dieses Bild für andere Teilnehmerinnen nicht mehr „auscheckbar“, denn es wird jetzt bearbeitet. Nach getaner Arbeit checkt man wieder ein und somit steht der Text oder das Bild anderen wieder zur Verfügung.

Ist die redaktionelle Arbeit beendet, drückt die InDesign-Anwenderin auf zwei Knöpfe in InDesign und die Bearbeitung in InCopy ist nicht mehr möglich.

Für wen ist InCopy das Werkzeug der Wahl?

Ich denke, es ist klar geworden, dass sich nicht einfach ein/e Anwender:in dafür entscheiden kann, mit InCopy zu arbeiten. Diese Entscheidung muss im Team gefällt werden – ohne die Vorbereitung in InDesign geht nichts in InCopy.
Zudem muss sich das Team eingehend darauf einigen, wie der Prozess aussehen soll. Also wann der Prozess startet, wer ihn startet, welche Teile der InDesign-Datei exportiert werden für InCopy und welche nicht. InDesign und InCopy bieten keine Kommunikationsmöglichkeiten, das heißt, man muss sich auf anderen Wegen informieren.

Leider ist das Konzept für InCopy seitens Adobe so gesetzt, dass nicht viel Flexibilität besteht für die Nutzung. Adobe legt fest, was eine InCopy-Anwenderin tun darf und was nicht und der Anwender legt fest, mit welchen Teilen der InDesign-Datei dies dann möglich ist. Das heißt zum Beispiel, dass eine InCopy-Anwenderin, wenn sie einen Textrahmen auschecken darf, jedes verfügbare Absatz- und Zeichenformat anwenden darf und den Text nach Belieben formatieren darf. Es gibt also keine Möglichkeit, der InCopy-Anwenderin zu unterbinden, einzelne Worte grün oder in „Comic Sans“ zu formatieren.

Andererseits kann die InCopy-Anwenderin keinen Textrahmen um ein paar Millimeter vergrößern, wenn noch Platz für eine weitere Zeile gebraucht wird. Wie gesagt: Es wird nur der redaktionelle Prozess unterstützt, den Adobe sich vorstellt. Passt dein Prozess und passen deine Anforderungen nicht, dann ist InCopy nicht die richtige Wahl.

Es gibt noch ein weiteres Problem: Leider kann für die Zusammenarbeit eines Teams mit InDesign- und InCopy-Anwenderinnen nicht mit den synchronisierten Ordnern des Creative-Cloud-Abos gearbeitet werden. Die Frage, wie Dateien zwischen den Teilnehmerinnen des Prozesses ausgetauscht werden, zumal in Zeiten von Homeoffice, muss mit anderen Tools oder Prozessen, also z.B. DropBox, OneDrive oder VPN, beantwortet werden. Warum Adobe diesen Prozess nicht unterstützt ist natürlich in gleichem Maße ärgerlich wie unverständlich!

Apropos „Zusammenarbeit“.

InDesign und InCopy bieten eine E-Mail-basierte Kommunikation an. Die Daten (InDesign-Datei und icml-Dateien) können in Paketen bequem per E-Mail ausgetauscht werden. Das sei der Vollständigkeitshalber erwähnt.
Wenn die Funktionsweise und der Adobe-InCopy-Prozess zur eigenen Arbeitsweise passt, dann ist InCopy eine wunderbare Erweiterung und Erleichterung. Es gibt immer wieder Anwenderinnen, die kein InDesign benutzen wollen, weil es zu mächtig ist. Oder die Tätigkeit ist es nicht wert, jeden Monat 25 Euro für eine InDesign-Lizenz an Adobe zu bezahlen. Eine InCopy-Lizenz ist bereits für unter 6 Euro im Monat, ohne die restlichen Programme der Creative-Cloud, zu haben. Dies kann z.B. auch interessant sein für die Endredaktion, die nur noch Rechtschreibung prüft. Oder für Übersetzungsjobs.

InCopy in der Anwendung

In der Anwendung ist InCopy recht einfach. Hat man das Prinzip des Ein- und Auscheckens begriffen, bietet InCopy alle Werkzeuge, die ein mit Text arbeitender Mensch wünscht: von der Duden-gemäßen Rechtschreibprüfung, über eine Änderungsverfolgung bis zur Darstellung des Textes als Textfahne.

InCopy hat aber auch ein paar Tricks drauf, die InDesign nicht kann. So gibt es das Konzept „Textmakros“. Ein Textmakro führt automatisch eine Kombination mehrerer Tastaturanschläge aus. Auf diese Weise lässt sich sowohl die Eingabe einfachen Textes (einzelne Wörter oder ganze Wendungen) als auch die Eingabe komplexer Textpassagen, wie formatierter Adressen, automatisieren. Unter dem Menü „Bearbeiten“ gibt es „Vertauschen“. Wenn Sie während der Eingabe versehentlich zwei nebeneinander liegende Zeichen vertauschen, können Sie diesen Fehler mit dem Befehl „Vertauschen“ korrigieren. Wenn Sie z. B. 1243 statt 1234 getippt haben, werden über den Befehl „Vertauschen“ die 4 und die 3 ausgetauscht.

Fazit

Mich ärgert vor allem, dass es nicht sinnvoll möglich ist, die synchronisierten Ordner der Creative Cloud zu nutzen, um im Team zu arbeiten.

Wenn sich dennoch nach eingehender Prüfung zeigt, dass sich InCopy zur Arbeit im konkreten Team eignet, ist es ein tolles Werkzeug. Leicht zu erlernen und gut zu benutzen. Leider stellt sich in konkreten Projekt häufig heraus, dass InCopy an der einen Stelle zu viel kann und an einer anderen Stelle zu wenig. So wäre es von Vorteil, wenn man in InCopy ausschließlich voreingestellte Formate anwenden könnte, statt die komplette gestalterische Freiheit mit Text zu haben.

Interessant? Könnte InCopy etwas sein für dein Team? Dann sprich uns an! Wir beraten dich vor eine Einführung und begleiten gerne bei der Umstellung und schulen euch gerne.

Christoph Steffens

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Es weihnachtet sehr!

Es weihnachtet sehr!

Und schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Und es war schon wieder ein aufregendes und in vielen Bereichen aufreibendes Jahr – Pandemie, Krieg, Inflation, viele Unsicherheiten. Es war viel los!

Es bleibt, an dieser Stelle einmal ein großes „Danke“ durch die Kiste zu rufen, für den unermüdlichen Einsatz der Kollegen, die nicht nur Großes im Büro leisten, sondern nebenher spenden, Kleiderkisten packen, Flüchtlinge aufnehmen und immer alle an einem Strang ziehen.

Aber natürlich geht auch ein Dankeschön an Kunden, Geschäftspartner und Freunde, mit denen wir in den letzten 12 Monaten so gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten konnten.

Auch 2023 haben wir einiges vor und freuen uns, wenn ihr uns alle persönlich oder hier über den Blog dabei begleitet.

In der Satzkiste verabschieden sich nun alle nach und nach in die Feiertage. Im neuen Jahr gibt es dann hier wieder einiges von uns zum Lesen und Entdecken.

Bis dahin wünschen wir Euch allen frohe und erholsame Feiertage, einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr 2023!

Katharina Frerichs

PS: Die Illustration stammt von unserem Kollegen Robin Seidt.

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Einarbeitung im Homeoffice

Einarbeitung im Homeoffice

Ein Jobwechsel mitten in der Pandemie? Damals stellte sich für mich als „Neuen“ natürlich die Frage, wie gut die Einarbeitung im Zeitalter von „Homeoffice“ mit Screensharing und Videocalls klappen soll, wenn man die Kolleg:innen noch nie „in Live“ gesehen hat. Noch dazu hatte ich selbst die Gewohnheit etwas verinnerlicht, Dinge am liebsten schnell mal eben mit einem kurzen Griff zum Telefonhörer zu klären. Ein klassisches Telefonat führt hier selten jemand – dementsprechend hoch war deshalb die Skepsis. Ich bin Simon Christe und inzwischen seit März 2021 in der Satzkiste, in den Bereichen Satz, Reinzeichnung, Template-Erstellung und PDF UA tätig.

 

Wissen und Austausch… Wissensaustausch!

Sämtliche Bedenken waren aber bald wie weggefegt. Denn der Austausch ist in der Satzkiste davon geprägt, Wissen gerne weiterzugeben. Mehr noch! Wertvolles Fachwissen wird hier in Workshops geschult – und das noch dazu richtig gut. Tatsächlich wird das von allen Kolleg:innen gelebt. Das Mindset ist hier in der Satzkiste, oder wie wir sagen, „in der Kiste“, sehr stark ausgeprägt.

Kurze Einführungen zu Themen oder auch Briefings werden lieber in einem Loom-Film dokumentiert als in einer umständlichen Mail beschrieben.

Ein Blick in den internen Blog oder auch in die „Kisten-Wikis“ sorgt bei den meisten Fragen, insbesondere für mich als neuen Kollegen, für Klärung. Diese Portale werden von allen intensiv gepflegt und genutzt. Hier findet man kunden- und projektbezogene Fakten ebenso wie Tipps und Tricks zu produktiverem Arbeiten. Es gibt auch andere Artikel, wie z. B. einer zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“. Ich bin begeistert.

Durch mehrere gemeinsame und kurze Meetings pro Woche reißt der persönliche Kontakt nicht ab, und alle bleiben auf einem guten Stand. Donnerstags treffen wir uns zu dem Pflichttermin „Knowledge2Go“, in dem verschiedenste Themen präsentiert werden. Hier werden die neuesten GREPs und Skripte für InDesign vorgestellt oder Einführungen zu neuen Programmen gegeben. Oder es gibt News rund um die Creative Cloud oder Tipps zu Prozessoptimierungen. Außerdem haben wir die Möglichkeit bei den Veranstaltungen der IDUG, der InDesign User Group Stuttgart, nah dran zu sein, und direkt vom Netzwerken und den tollen Referenten zu profitieren.

 

Alles nutzen, was geht

Gefühlt werden alle Tools und Hilfsmittel genutzt, die es softwareseitig so auf dem Markt gibt 😀 Stellt man aber fest, dass etwas nicht den Erwartungen entspricht, findet man im Team schnell eine andere, passende Lösung. Vorteil eines kleinen Teams und flachen Hierarchien. Die Herausforderungen beim Nutzen der Tools sind natürlich dieselben wie im „konventionellen Büroalltag“. Waren es früher Meetingräume, die unerwartet bereits belegt waren, weil ein Kollege die Reservierung im Outlook-Kalender nicht so gerne nutzte, sorgen heute unerwartete Gäste in einem Zoom-Meeting für Lacher. „Okay, kein Problem, treffen wir uns eben gleich im ‚Showroom‘“. Der „Showroom“ ist einer unserer virtuellen Meeting-Räume. Diese sind benannt nach den echten Räumen des ehemaligen Ladengeschäfts im Stuttgarter Heusteigviertel in dem wir seit 2019 unsere Büros haben.

Screenshot von den virtuellen Meetingräumen der Satzkiste, mit Showroom, Küche, Esszimmer

 

Fazit

Das gute Miteinander in der „Kiste“ lebt – trotz des Arbeitens aus dem Homeoffice – vom Austausch unseres Know-Hows. Keiner hält mit Informationen hinter dem Berg, um Kompetenzen an sich zu binden und die Dinge unnötig zu verkomplizieren. Hat jemand eine Frage, wird der interne Chat genutzt, und das Feedback kommt prompt zurück. Geht es mehr in die Tiefe, hilft man sich schnell im Videocall aus… „Ummm keine Ahnung, zeig mal kurz deinen Bildschirm“… und wumms, keine 5 Minuten später bist du schon wieder mindestens einen gewinnbringenden Tipp reicher, oder vielleicht die Erkenntnis „verdammt, warum habe ich das die letzten 10 Jahre nicht schon so gemacht“.

Simon Christe

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Sichere Passwörter sind sicher 🔐

Sichere Passwörter sind sicher 🔐

Mit einem guten Passwort steht und fällt die Datensicherheit!

In der Antike entwickelte das römische Militär ein ausgeklügeltes System von „Losungswörtern“, um Freund und Feind zu unterscheiden und Feinde effektiv am Eindringen in kontrollierte Bereiche zu hindern. Es wird angenommen, dass die Römer zum ersten Mal Passwörter verwendeten und sogar ein ausgeklügeltes System der Weitergabe von Authentifizierungsdaten einsetzten, um sicherzustellen, dass das aktuelle Passwort von allen zugelassenen Befehlshabern verwendet wurde.

Heute sind Passwörter ein fester Bestandteil des täglichen Lebens – privat wie beruflich. Sie bilden die erste Verteidigungslinie, um unbefugten Zugang zu vertraulichen Daten oder Dateien zu verhindern.

Wenn Passwörter so wertvoll sind, warum sind dann schlechte Passwortgewohnheiten so weit verbreitet? Jeden Tag treffen Computernutzer Entscheidungen, die der Bequemlichkeit den Vorzug vor der Sicherheit geben. So verwenden sie zum Beispiel immer wieder das gleiche Passwort. Selbst die Sicherheitsbewussten unter uns entscheiden sich oft für ein Passwort, das leicht zu merken ist und nicht für eines, das schwer zu knacken ist.

Im Folgenden beschreiben wir die sechs goldenen Regeln, um deine persönlichen Daten und Firmendateien sicherer zu machen.

 

Dein Passwort steht auf einer Hacker-Liste

Passwörter sind ein Hauptziel für Hacker. Ein einziges geknacktes Passwort kann die Tür zu mehreren Stellen öffnen, wenn es mehrfach verwendet wurde. Untersuchungen zufolge sind 61 % der Sicherheitsverletzungen auf solche Passwörter zurückzuführen.

Viele Anwender sind möglicherweise von einer Datenschutzverletzung betroffen und wissen es nicht einmal. „Have I Been Pwned?“ ist eine Website, die überprüft, ob E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Kennwort bei einer Datenschutzverletzung preisgegeben wurden. Der kostenlose Dienst vergleicht deine Anmeldedaten mit Benutzernamen- und Kennwortkombinationen, die in einer öffentlichen Datenschutzverletzung oder einer geleakten Datenbank aufgetaucht sind.

 

Dein Passwort ist zu einfach

Die stärksten Kennwörter sind einzigartig, unvorhersehbar und lang. In der Tat ist die Länge entscheidend. Ein Hacker kann ein 8-Zeichen-Passwort, das aus Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben und Symbolen besteht in nur 39 Minuten erraten. Ein Hacker braucht jedoch 1 Milliarde Jahre, um ein 16-Zeichen-Passwort mit ähnlicher Zusammensetzung zu knacken.

Bei der Verwendung einer Passphrase steht die Anzahl der verwendeten Zeichen nicht mehr im Vordergrund. Eine Passphrase ist eine zufällige Kombination von Wörtern, die oft durch Bindestriche getrennt sind und eine eindeutige Phrase bilden. Diese ist oft leichter zu merken ist als ein Passwort. Zum Beispiel ist „Strangle-Santa-Unmovable-Cactus“ eine Passphrase mit vier zufälligen Wörtern, die jeweils eine unterschiedliche Anzahl von Zeichen enthalten.

Obwohl Passphrasen von vornherein lang sind, sind sie nicht von Natur aus stärker als Passwörter. Sie können anfällig für Wörterbuchangriffe sein, bei denen Hacker ein passwortgeschütztes System mithilfe einer Wörterbuchliste häufig verwendeter Wörter knacken. Das Risiko solcher Angriffe kann gemindert werden, wenn Passphrasen mit mehr eindeutigen Trennzeichen und dem Zusatz von Zahlen oder anderen zufälligen Zeichen erstellt werden. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: „Strangle%Santa24-Unmovable=Cactus

 

Setze auf Zwei-Faktor-Authentifizierung

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) werden mehr als eine Methode zum Entsperren Ihres Kontos verwendet. Dies macht sie sicherer als die Eingabe von nur einem Benutzernamen und einem Passwort. 2FA sind aktuell schon sehr weit verbreitet.

Die meisten Zwei-Faktor-Einrichtungen generieren einen numerischen Code, der innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens abläuft, von 30 Sekunden bis zu einigen Minuten. Diese zeitbasierten Einmal-Passwort-Codes (TOTP) lassen sich problemlos in 2FA-Implementierungen integrieren und sind bei Verbraucher-, Unternehmens- und Behörden-Websites zur beliebtesten 2FA-Methode geworden.

Benutzer erhalten TOTP-Codes per SMS auf ein Mobiltelefon, per E-Mail, über eine Authentifizierungs-App oder einen Sicherheitsschlüssel. Einige 2FA-Benachrichtigungsmethoden sind sicherer als andere. Im Allgemeinen sind Authentifizierungs-Apps sicherer als SMS- oder E-Mail-Benachrichtigungen, da sie nicht für SIM-Jacking (Diebstahl von Telefonnummern) anfällig sind und einen völlig anderen Kanal darstellen als E-Mails, die anfälliger für Hackerangriffe sein können. Einige Authentifizierungsprogramme bieten einfache Optionen zum Sichern der Original-Authentifizierungsschlüssel, so dass Sie auch bei Verlust eines Geräts geschützt sind. Unabhängig davon, welche Methode Sie verwenden, ist jede 2FA wesentlich sicherer als keine!

 

Teilen von Passwörtern

Die gemeinsame Nutzung von Passwörtern bietet echte Vorteile und ist für unsere Arbeitsweise zu Hause und am Arbeitsplatz von entscheidender Bedeutung geworden. Laut einer Umfrage zu Passwortentscheidungen ist die Zahl der IT-Entscheider, die Passwörter per E-Mail freigeben, im Vergleich zum Vorjahr von 39 % auf 53 % gestiegen, was zum Teil auf die Zunahme der Fernarbeit infolge der Pandemie zurückzuführen ist.

Die einfache und effektive Freigabe von Kennwörtern kann die Produktivität steigern und die Zusammenarbeit fördern. Problematisch wird es, wenn die Freigabe über ungesicherte Methoden erfolgt, die sensible Unternehmens- und Mitarbeiterdaten angreifbar machen. Die meisten E-Mail-Plattformen sind zum Beispiel nicht verschlüsselt. Kopien der Inhalte werden oft an mehreren Orten gespeichert, unter anderem auf den Backup-Servern des Anbieters. Die Weitergabe von Passwörtern per E-Mail stellt daher ein großes Sicherheitsrisiko dar. Auch Textnachrichten sind nicht durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.

Es gibt jedoch sichere und einfache Möglichkeiten, Passwörter und andere sensible Daten auszutauschen. Passwortverwaltungslösungen bietet Tools, mit dem Sie eine Datei oder einen Text für einen bestimmten Zeitraum direkt an eine andere Person weitergeben können, wobei die Informationen durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt werden. So können Sie beispielsweise private Steuerdokumente über einen sicheren Link, der zur Erhöhung der Sicherheit auch mit einem Passwort geschützt werden kann, an Ihren Steuerberater weitergeben.

 

Wiederverwendung sollte vermieden werden

Trotz eines Jahres voller aufsehenerregender Cyberangriffe und zunehmender Schwachstellen, die durch Remote-Arbeit ausgelöst wurden, gaben fast alle (92 %) der befragten Personen zu, dass sie die gleichen Passwörter für mehrere Websites verwenden.

Die Wiederverwendung von Passwörtern ist aus einer Vielzahl von Gründen weit verbreitet. Einer der Hauptgründe ist die Angst der Benutzer, Logins zu vergessen und aus ihren Online-Konten ausgesperrt zu werden, zusammen mit der schlichten Passwortmüdigkeit. Es ist nicht einfach, sich ohne Hilfe Dutzende von Passwörtern zu merken, und so erliegen viele Menschen der schieren Bequemlichkeit, das gleiche Passwort für mehrere Konten zu verwenden. Die Wiederverwendung desselben Passworts erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass dein Konto durch Angriffe kompromittiert werden könnte. Bei einer Form des Cyberangriffs wird ein „Bot“ eingesetzt, der so programmiert ist, dass er Ihre Zugangsdaten von einer Website übernimmt und sie innerhalb weniger Sekunden auf Tausenden von anderen Websites ausprobiert.

Um die Sicherheit Ihrer Online-Informationen zu gewährleisten, ist es wichtig, für jedes einzelne Konto ein anderes komplexes Passwort zu verwenden. Der sicherste und stressfreieste Weg, Ihre eindeutigen und komplexen Passwörter zu verwalten, ist die Verwendung eines sicheren Passwortmanagers.

 

Verwende einen Passwort-Manager

Ein Passwort-Manager hilft, die Sicherheit von Passwörtern im Griff zu behalten. Anstatt sich Dutzende (oder Hunderte) von Passwörtern für deine Online-Konten merken zu müssen, verschlüsselt ein Passwort-Manager deine Passwort-Datenbank mit einem Master-Passwort. Dieses Master-Passwort ist das einzige, das du dir merken musst. Ein Passwort-Manager kann nicht nur alle deine Passwörter sicher speichern, sondern auch:

  • Zufalls-Passwörter für Konten generieren, die stark und schwer zu knacken sind
  • Passwörter sicher freigeben, bei der du kontrollieren kannst, wer Zugriff hat
  • Passwörter mit all deinen Geräten synchronisieren, damit du von überall aus auf alle deine Logins zugreifen kannst
  • Das Ändern und Zurücksetzen von Passwörtern vereinfachen
  • Dateien, Kreditkarten, Identitätsdaten und andere sensible Informationen speichern
  • sensible Informationen in einer verschlüsselten Umgebung teilen

Wenn du dich auf die Suche nach dem richtigen Passwortmanager machst, sollten du dich zunächst darüber informieren, wie die Sicherheit in die Infrastruktur des Passwortmanagers integriert ist. Ein wichtiger Punkt ist, ob der Anbieter bei der Datenübertragung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzt oder nicht. Dadurch wird sichergestellt, dass alle deine sensiblen Daten verschlüsselt werden, bevor du dein Gerät verlässt, so dass nicht einmal der Anbieter selbst auf die Informationen zugreifen kann. Du kannst auch darauf achten, wie resistent der Passwortmanager gegen bekannte Angriffe und Sicherheitslücken ist. Selbst eine einfache Google-Suche kann Aufschluss darüber geben, ob es bei einem Anbieter in der Vergangenheit zu Sicherheitsverletzungen gekommen ist oder ob er über bekannte Schwachstellen verfügt, die seine Nutzerdaten gefährden könnten. Schließlich führt ein vertrauenswürdiger Anbieter regelmäßige Prüfungen durch Dritte durch und hält sich an Sicherheits- und Compliance-Richtlinien wie GDPR, SOC 2 und HIPAA.

Fazit

Wir in der Satzkiste setzen auf Bitwarden, wie bereits im Artikel im April beschrieben. Das ist eine extrem flexible, komfortable und preisgünstige Lösung, vor allem für KMU. Habt Ihr Interesse zu erfahren, wie wir Bitwarden im Alltag einsetzen? Schreibt uns, wenn Ihr mehr dazu wissen wollt.

Christoph Steffens

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Summertime

Summertime

Heute ist der letzte Schultag in Baden-Württemberg – und morgen beginnen für uns die 6,5 Wochen langen Sommerferien. 

Natürlich ist die Satzkiste nicht geschlossen, aber viele Kolleg:innen verabschieden sich nun abwechselnd in den Urlaub. Die IDUG hat Sommerpause und auch auf dem Blog werden wir während der Sommerferien keine wöchentlichen Artikel posten.

Damit es aber niemandem langweilig wird, haben wir uns ein kleines „Sommerferienprogramm“ überlegt: wir werden in jeder Ferienwoche ein besonderes Video aus unserem InDesign User Group-YouTube-Kanal vorstellen!

So gibt es also weiterhin interessante Tipps und Tricks zu Adobe Produkten und zu Publishing Themen, auch wenn wir im Hintergrund nun nacheinander in den Bergen wandern oder die Füße hochlegen.

Im September geht es dann weiter – übrigens nicht nur mit den Blog-Artikeln, auch mit der IDUG und unserer 85. Veranstaltung! Merkt Euch schon einmal den 29. September vor 🙂 Link zur Veranstaltung

Wir wünschen Euch allen eine schöne Sommerzeit!

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17 Jahre Satzkiste

17 Jahre Satzkiste

Heute, am 1. Juli 2022, wird die Satzkiste 17 Jahre alt. Das ist kein großes Jubiläum, keine runde Zahl auf einer Geburtstagstorte – aber natürlich werden wir es im Kollegenkreis feiern und ordentlich auf uns anstoßen.

Schon Jahre vor der eigentlichen Firmengründung haben einige aus unserem heutigen Team miteinander gearbeitet. Für manche von uns ist das fast „unser halbes Leben“, was – wenn man darüber nachdenkt – erschreckend und beeindruckend zugleich ist.

Damals waren wir und Adobe InDesign noch jung!

 

Abschied von XPress und Neuanfang

Den Abschied von QuarkXPress hatten erst wenige große Verlage gewagt und wir wollten allen beweisen, wie toll InDesign ist. Wir haben mit Begeisterung hunderte oder gar tausende Quark-Dateien konvertiert, neue Templates gebaut und Umsteiger geschult.

Zunächst auf eigene Faust, später dann gemeinsam als „Satzkiste“.

Auf die Konvertierungen und Schulungen folgten vermehrt Satzaufträge. Es kamen immer mehr Verlage, Agenturen und Druckereien als Kunden hinzu. Und auch die Satzkiste wuchs stetig und bekam nach und nach mehr Teammitglieder.

An Ideen hat es uns selten gemangelt. Wir experimentierten früh mit kleinen Schulungsvideos, organisierten eine „Kunst-in-der-Kiste“-Veranstaltung, brachten ein umfangreiches InDesign Handbuch heraus. Viele Ideen und Projekte sind dem stetig wachsenden Auftragseingang zum Opfer gefallen. Manches aber lag nur auf Eis und bekam später seine Chance.

Eines unserer Herzensprojekte ist nun seit 12 Jahren ein fester Bestandteil im Satzkisten-Alltag: die „InDesign User Group Stuttgart“, in deren Namen wir schon über 80 Veranstaltungen organisiert haben. (Link zum Blog-Artikel)

 

17 Jahre, und 17 Kolleg*innen später

Unser Portfolio wurde stetig größer, neben Satzaufträgen drehte sich zunehmend mehr um Templates, Schulungen und Beratungen. Denn aus eigener Satz-Erfahrung konnten wir die schönsten Lieder singen über Effizienz und Zeitersparnis, gute Vorbereitung und mögliche Stolperfallen.

Das Team wurde größer, nicht nur wegen der neuen Kolleg*innen, sondern auch weil immer mehr Babys geboren wurden. Immerhin gehören heute zu 17 Kolleg*innen mittlerweile insgesamt 21 Kinder! Neben Druckerpapier und Kaffeefilter waren deshalb auch jahrelang Windeln im Büroschrank zu finden.

Unser erster großer Support-Auftrag kam und der Kundenkreis erweiterte sich auch über die Verlagsgrenzen hinaus in andere Branchen.

Gemeinsam mit PSD-Tutorials erstellten wir zwei große Online-Trainings – „Großprojekte in InDesign“ und „Adobe InCopy“. Immer mehr bis dahin manuell erledigte Arbeiten wurden von Skripten abgelöst. Und im Jahr 2019 zog auch endlich ein lang ersehntes neues Tool ins Team ein: Switch von Impressed. Damit können wir uns nun austoben und unsere Prozesse und natürlich die unserer Kunden noch weiter automatisieren. (Link zum Blog-Artikel)

 

Und dann kam Corona

Die Satzkiste zog 2019 vom Stuttgarter Westen ins schöne Heusteigviertel.

Viel Platz für das Team, das sich ein halbes Jahr nach dem Umzug ins Home-Office verabschiedet. Der Umstieg läuft reibungslos – unsere Erfahrungen damit haben wir ja bereits in einem anderen Beitrag geschildert.

Wir schauen heute stolz auf die letzten 17 Jahre zurück und freuen uns über den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind.

 

Unsere Steckenpferdchen

Heute stehen wir auf drei Beinen: Wir produzieren weiterhin auf unterschiedlichste Art und Weise „unsere“ Bücher, Drucksachen und viele andere Publikationen.

Wir stellen unseren Kunden Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Abläufe automatisiert werden können – zum Beispiel ein Katalog auf Knopfdruck oder Skripte zur Verwaltung von Marketingmaterialien.

Und wir geben weiterhin mit Begeisterung unser Know-How weiter, in Tutorials, Schulungen, bei Beratungsprojekten oder Supportanfragen.

Die Ideen gehen nicht aus

Hier auf unserem Blog erwarten Euch noch viele Themen und Gedanken – ab nächster Woche findet Ihr hier den  Auftakt zu einer PDF-Reihe, es wird mehr Automatisierungs-Input geben und mehr zu InCopy. Mehr wird nicht verraten (❁´◡`❁) 

Ihr könnt gespannt sein und wir freuen uns auf viele weitere Jahre großartigen Austausch mit Euch!

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