Wir stel­len in unse­ren Work­shops immer wie­der fest, dass es bei Nut­zern der Ado­be Crea­ti­ve Cloud häu­fig Unklar­hei­ten dar­über gibt, wie Ado­be Updates kon­kret funk­tio­nie­ren. Zuge­ge­ben, Ado­be prä­sen­tiert uns hier eine Benut­zer­ober­flä­che, die sich zu Tei­len nicht intui­tiv bedie­nen lässt und unter Umstän­den mit gewis­sen Fall­stri­cken ver­bun­den ist. Wir erklä­ren dir das gerne.

Die fol­gen­den Infor­ma­tio­nen gel­ten für Anwen­der mit Indi­vi­du­al-Lizenz oder Team-Lizenz. Wenn du eine Enter­pri­se-Lizenz nutzt, regelt der Admin die­se Din­ge für dich.

 

Die ver­schie­de­nen Ver­si­ons­num­mern dei­ner Ado­be Programme

Wir müs­sen unter­schei­den zwi­schen der Neben­ver­si­ons­num­mer und der Haupt­ver­si­ons­num­mer; im eng­li­schen Minor­re­lease und Major­re­lease genannt.

Die Haupt­ver­si­ons­num­mer ist die Zahl vor dem Punkt. Also z.B. „17.1“,  „18.2“ oder „19.10“. Die­se Ver­sio­nen sind extrem wich­tig, vor allem für Pro­gram­me wie InDe­sign. Denn InDe­sign-Datei­en sind nicht „abwärts­kom­pa­ti­bel“. Das bedeu­tet, dass man eine Datei, die man in InDe­sign Ver­si­on 18  gespei­chert hat, nicht ohne wei­te­res in InDe­sign Ver­si­on 17 öff­nen kann.

Ande­re Pro­gram­me sind da nicht so emp­find­lich. Zur all­ge­mei­nen Ver­wir­rung „ver­steckt“ Ado­be die­se Haupt­ver­si­ons­num­mer und nennt sie statt­des­sen 2021, 2022. Hier muss der Anwen­der also höl­lisch aufpassen.

Wel­che Ver­si­on aktu­ell auf dem Rech­ner instal­liert ist, sieht man am bes­ten im „Crea­ti­ve Cloud Desk­top“ Pro­gramm. Als ich den Screen­shot gemacht habe, hat­te ich also von Pho­to­shop die „Haupt­ver­si­ons­num­mern“ 23 und 22 installiert.

Die Neben­ver­si­ons­num­mer oder Minor­re­lease ist der Teil rechts vom ers­ten Punkt. Also z.B. „17.1“,  „17.2.3.09“ oder „17.10.800“. Die Datei­en der Pro­gram­me sind (im Nor­mal­fall) inner­halb der Haupt­ver­si­ons­num­mer kompatibel.

Ein­mal hat Ado­be eine Ver­si­on von InDe­sign ver­öf­fent­licht mit Neben­ver­si­ons­num­mer, die nicht kom­pa­ti­bel war: eine InDesign-CS5.5‑Datei konn­te man mit InDe­sign CS5.0 nicht öff­nen. Aber das ist lan­ge her.

Die­se Neben­ver­si­ons­num­mer ver­öf­fent­licht Ado­be für Bug­fi­xes und Sicher­heits­up­dates. Bug­fi­xes behe­ben Pro­gram­mier­feh­ler und Sicher­heits­up­dates schlie­ßen Lücken, die für Schad­code (Viren) genutzt wer­den können.

 

Geschmacks­fra­ge: Update Ja oder Nein oder Beides?

Die Fra­ge, die man sich nun stel­len muss, ist, ob man Updates von Ado­be haben möch­te. Ich den­ke, die rich­ti­ge Ant­wort lau­tet „Ja“. Denn zum einen bezah­len wir Ado­be genau dafür Monat für Monat, dass kon­ti­nu­ier­lich an der Soft­ware gewer­kelt wird. Zudem ist es eine gute Idee, sicher­heits­be­ding­te Updates durch­zu­füh­ren, um sich vor Hackern zu schüt­zen. Aber möch­te man auch immer alle Updates von Haupt­ver­si­onnum­mern? Das ist Geschmacks­sa­che! Ist man neu­gie­rig und arbei­tet immer ger­ne mit dem Neu­es­ten, dann will man das. Arbei­tet man aber in einem gro­ßen Team und muss gewähr­leis­ten, dass die Datei­en kom­pa­ti­bel sind, kann man unter Umstän­den nicht immer sofort auf die neu­es­te Ver­si­on updaten.

Ich sage es vor­weg: Ado­be erlaubt lei­der kei­ne Unter­schei­dung zwi­schen Haupt- und Neben­ver­si­ons­num­mer. Das ist ärgerlich.

Und eine Info noch: Haupt­ver­si­onnum­mern ver­öf­fent­licht Ado­be im Nor­mal­fall nur ein­mal im Jahr und zwar zur Haus­mes­se „Ado­be Max“. Neben­ver­si­onnum­mern erschei­nen monat­lich, teil­wei­se häu­fi­ger. Infor­ma­tio­nen zu den Sicher­heits­up­dates ver­öf­fent­licht Ado­be hier: https://helpx.adobe.com/security.html/security

 

„Crea­ti­ve Cloud Desk­top“ App ist der Dreh- und Angelpunkt

Die wich­tigs­te Ein­stel­lung für die wei­te­ren Schrit­te fin­det man in der „Crea­ti­ve Cloud Desk­top” App unter ( Datei > Vor­ein­stel­lun­gen > ) All­ge­mein > Ein­stel­lun­gen > Crea­ti­ve Cloud bei Anmel­dung star­ten. Nur wenn dies ein­ge­schal­tet ist und damit die App läuft, kann sie über Updates informieren.

Die nächs­te wich­ti­ge Ein­stel­lung befin­det sich unter All­ge­mein > Ein­stel­lun­gen > Crea­ti­ve Cloud lau­fend aktua­li­sie­ren. Auch dies soll­te ein­ge­schal­tet sein, damit die­se wich­ti­ge Soft­ware immer auf dem neu­es­ten Stand ist. Soll­te es in Zukunft eine Ver­si­on der „Crea­ti­ve Cloud Desk­top“ App geben, die nicht kom­pa­ti­bel mit dem eige­nen Betriebs­sys­tem ist, wird das Update nicht aus­ge­führt. Hier kann man sich also sicher wähnen.

Mög­li­che Updates der ein­zel­nen Ado­be-Pro­gram­me kann man sich zunächst ein­mal mel­den las­sen, bevor sie instal­liert wer­den. Dann weißt das „Crea­ti­ve Cloud“ Sym­bol in der Menü­zei­le (macOS) oder Tas­kleis­te (Win­dows) mit einem klei­nen roten Punkt dar­auf hin.

Dies stellt man ein in der „Crea­ti­ve Cloud Desk­top“ App unter Benach­rich­ti­gun­gen > Appli­ka­ti­ons­up­dates. Dies soll­te man nun ein­schal­ten, damit Benach­rich­ti­gun­gen zu ver­füg­ba­ren Updates für die instal­lier­ten Pro­gram­me erscheinen.

 

Wie auto­ma­tisch sol­len Updates gela­den werden?

Schau­en wir uns in der „Crea­ti­ve Cloud Desk­top“ App mal dies an: Datei > Vor­ein­stel­lun­gen > Appli­ka­tio­nen > Auto­ma­ti­sche Aktua­li­sie­rung.

Wenn der Schal­ter aus­ge­schal­tet ist, dann pas­siert nichts, wenn Ado­be eine neue Ver­si­on ver­öf­fent­licht. Du bekommst so kei­ne Soft­ware instal­liert, weder Haupt- noch Neben­ver­si­ons­num­mer. Du behältst die Soft­ware, die du hast.

Wenn der Schal­ter bei „Auto­ma­ti­sche Aktua­li­sie­rung“ ein­ge­schal­tet ist, wird die neue Ver­si­on auto­ma­tisch her­un­ter­ge­la­den und Installiert.

Ich erwähn­te es wei­ter oben schon ein­mal: Ado­be unter­schei­det da lei­der nicht zwi­schen Haupt- und Neben­ver­si­ons­num­mer. Bedau­er­li­cher­wei­se! Denn, wenn man „Bug­fi­xes“ und Sicher­heits­up­dates haben möch­te, muss man die „Auto­ma­ti­sche Aktua­li­sie­rung“ ein­schal­ten. Dann bekommt man aber auch die neu­en Haupt­ver­si­ons­num­mern.

Unter den „Erwei­ter­ten Optio­nen“ kann man nun noch ein­stel­len, ob die Ein­stel­lun­gen und Vor­ein­stel­lun­gen der Vor­gän­ger­ver­si­on über­nom­men wer­den sol­len und ob die älte­re Ver­si­on ent­fernt wer­den soll. Was für jeden per­sön­lich und für die ein­ge­setz­te Soft­ware die rich­ti­ge Ein­stel­lung ist, hängt jetzt von ein paar Para­me­tern ab.

Arbei­tet man im Team oder allein? Wel­che Ver­sio­nen und wel­che PlugIns nut­zen Kun­den und Part­ner­un­ter­neh­men? Arbei­tet man mit Soft­ware, die nicht rück­wärts­kom­pa­ti­ble Datei­en erzeugt? Wie sicher muss der Pro­zess sein? Wie voll ist die Fest­plat­te bzw. der Server?

Ich per­sön­lich habe bei InDe­sign natür­lich ein­ge­stellt, dass jedes Update instal­liert und kei­ne alte Ver­si­on ent­fernt wer­den soll. Bei Bridge möch­te ich auch die neue Ver­si­on aber die alte kann ent­fernt werden.

Mit dem Schal­ter „Update“ kann man im Übri­gen eine manu­el­le Suche star­ten, wenn man die Fäden sel­ber in der Hand hal­ten will. Dies soll­te man wegen der Sicher­heits­up­dates aber auch regel­mä­ßig tun!

Übri­gens: Es hält sich hart­nä­ckig das Gerücht, man kön­ne nicht meh­re­re Ver­sio­nen der Ado­be Pro­gram­me auf einem Rech­ner instal­liert haben. Das gilt für Acro­bat. Die ande­ren Pro­gram­me, InDe­sign, Pho­to­shop, Illus­tra­tor usw. kön­nen aber mit meh­re­ren Ver­sio­nen instal­liert sein. 

Link zur Doku­men­ta­ti­on von Adobe

Kom­men­tar

Bei die­sen Ein­stel­lun­gen soll­te man genau auf­pas­sen. Zum einen besteht die Gefahr ein Update zu ver­pas­sen und sich mit Pro­gramm­feh­lern her­um­zu­schla­gen, die „eigent­lich“ nicht mehr bestehen. Oder man arbei­tet noch mit Sicher­heits­lü­cken, die bereits lan­ge geschlos­sen sind. Zum ande­ren besteht aber auch die Gefahr, dass man sich sei­ne pro­duk­ti­ve Soft­ware updatet und PlugIns nicht mehr funk­tio­nie­ren oder Kun­den und Kol­le­gen die Datei­en nicht mehr öff­nen kön­nen. Letz­te­res ist bei InDe­sign ein gro­ßes Thema.

Aber, jetzt weißt du, wel­che Regeln bei der Ein­stel­lung die­ser Para­me­ter wich­tig sind und es kann nichts mehr schiefgehen!

Chris­toph Steffens

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