Was ist InCopy?

Was ist InCopy?

Wofür ist InCopy eigentlich gut?

Gerne wird InCopy als „kleines Geschwister“ vom großen InDesign beschrieben. Es sei ein, in seinen Möglichkeiten und Werkzeugen beschnittenes InDesign. Das stimmt so nicht ganz, soll für den Einstieg aber mal so stehen bleiben.
Das Programm wurde zeitgleich und parallel mit InDesign von Adobe entwickelt, hat also heute schon über 20 Jahre auf dem Buckel.

InCopy kann nicht nur InDesign-Dateien öffnen. Damit ist es übrigens nur eines von 3 Programmen, die das können. Das dritte Programm ist der InDesign-Server. InCopy ist in der Lage, die InDesign-Dateien exakt gleich anzuzeigen wie InDesign. Es nutzt den gleichen Programmcode. Das ist eine wichtige Voraussetzung, denn so sehen InCopy- und InDesign-Anwender:innen das gleiche Ergebnis während der Arbeit.

InCopy ist das, was Adobe darunter versteht, wie eine Redakteurin arbeitet. Denn Adobe hat InCopy genau zu dem Zweck entwickelt: Um die redaktionelle Arbeit zu unterstützen.

Die Vorstellungen von Adobe bezüglich des Prozesses zwischen Satz und Redaktion sind folgende: Im Satz werden die Technik und Optik festgelegt. Seiten, Farben, Absatz- und Zeichenformate, Textrahmen, Bilder und Bildrahmen und so weiter. Dann wird festgelegt, welche Inhalte von der Redakteurin bearbeitet werden dürfen und welche nicht. Anschließend bereitet die Gestalterin in InDesign die Daten für die Bearbeitung in InCopy vor. Die Redakteurin kann die InDesign-Datei nun in InCopy öffnen und die Texte in den vorgesehenen Textrahmen bearbeiten respektive füllen. Wenn zu viel Text im Rahmen ist, gibt es Übersatz – ist zu wenig Text im Rahmen, entsteht Leerraum.

Der Workflow

Technisch ist es so, dass die Gestalterin mit InDesign die Daten „für InCopy exportiert“. Im Wesentlichen passiert dann folgendes: Die festgelegten Textrahmen und ggf. darin befindlichen Texte werden in „icml“-Dateien abgelegt. Das können dann auch mal sehr viele Dateien werden, denn InDesign erstellt für jeden „Textabschnitt“ eine icml-Datei. Dabei ist ein „Textabschnitt“ entweder ein einzelner Textrahmen oder mehrere verkettete Textrahmen.
Seit ein paar Versionen funktioniert dieser Export und damit auch die Bearbeitungsmöglichkeit in InCopy für Bilder. Das heißt, die Gestalterin kann auch Bildrahmen für die Bearbeitung in InCopy freigeben. Auf diese Weise kann die Redakteurin also auch Bilder in ihren Rahmen verschieben und skalieren.

Zur Wiederholung: Die Gestalterin legt fest, ob und welche Text- und Bildrahmen inhaltlich bearbeitet werden dürfen und welche nicht! Nur die „freigegebenen“ können in InCopy bearbeitet werden. Nun greift ein weiterer Aspekt: Vom Zeitpunkt des „für InCopy exportieren“ müssen alle Beteiligten Texte und Bilder, die für InCopy exportiert wurden, auschecken und nach der Bearbeitung wieder einchecken. Die Denkweise kommt von den Ursprüngen von InCopy. Denn in den ersten Versionen des Programms konnte man es nur nutzen mit Unterstützung eines Redaktionssystems. Wenn man ein solches einsetzte, übernahm dieses die Logistik der Dateien. Es regelte also, wo indd- und icml-Dateien liegen, wer sie nutzen darf und wer welche Datei konkret aktuell nutzt. Seit einigen Versionen ist die Nutzung von InCopy auch ohne ein Redaktionssystem möglich und damit auch für kleinere Teams interessant. Aber die Verwendung der Begriffe ein- und auschecken ist geblieben.

Dies hat jedoch einen sehr angenehmen Effekt auf die Arbeit an InDesign-Dateien in Teams. Denn es ist ja zum Glück nicht möglich, dass zwei Personen zur gleichen Zeit an einer InDesign-Datei arbeiten. Wie bei fast allen Dateien wird dies vom Betriebssystem unterbunden. Nun ist es aber absolut möglich, dass eine InCopy-Anwenderin eine InDesign-Datei öffnet, obwohl diese aktuell bereits in InDesign geöffnet ist. Wie kann das sein? Wie bereits beschrieben kann man in InCopy keine InDesign-Datei bearbeiten, sondern nur freigegebene Texte und Bildrahmen. Und das auch nur, wenn diese Texte und Bildrahmen ausgecheckt wurden. Was heißt das konkret? Durch den Export der InDesign-Datei für InCopy entstehen eine ganze Menge icml-Dateien, die schön ordentlich in einem Ordner neben der InDesign-Datei liegen. Nun kann eine InDesign-Anwenderin die InDesign-Datei öffnen. Und gleichzeitig können beliebig viele InCopy-Anwenderinnen diese ebenfalls öffnen!

Die Gestalterin kann nun in InDesign Ihrer Arbeit nachgehen: An Seiten arbeiten, Farben verändern, Objekte hinzufügen und bearbeiten, und so weiter. Möchte die Gestalterin jedoch an einem für InCopy exportierten Text oder Bild inhaltlich arbeiten, muss sie das Gleiche tun, wie die InCopy-Anwenderin: Sie muss den Text oder das Bild „auschecken“. Dadurch ist dieser Text oder dieses Bild für andere Teilnehmerinnen nicht mehr „auscheckbar“, denn es wird jetzt bearbeitet. Nach getaner Arbeit checkt man wieder ein und somit steht der Text oder das Bild anderen wieder zur Verfügung.

Ist die redaktionelle Arbeit beendet, drückt die InDesign-Anwenderin auf zwei Knöpfe in InDesign und die Bearbeitung in InCopy ist nicht mehr möglich.

Für wen ist InCopy das Werkzeug der Wahl?

Ich denke, es ist klar geworden, dass sich nicht einfach ein/e Anwender:in dafür entscheiden kann, mit InCopy zu arbeiten. Diese Entscheidung muss im Team gefällt werden – ohne die Vorbereitung in InDesign geht nichts in InCopy.
Zudem muss sich das Team eingehend darauf einigen, wie der Prozess aussehen soll. Also wann der Prozess startet, wer ihn startet, welche Teile der InDesign-Datei exportiert werden für InCopy und welche nicht. InDesign und InCopy bieten keine Kommunikationsmöglichkeiten, das heißt, man muss sich auf anderen Wegen informieren.

Leider ist das Konzept für InCopy seitens Adobe so gesetzt, dass nicht viel Flexibilität besteht für die Nutzung. Adobe legt fest, was eine InCopy-Anwenderin tun darf und was nicht und der Anwender legt fest, mit welchen Teilen der InDesign-Datei dies dann möglich ist. Das heißt zum Beispiel, dass eine InCopy-Anwenderin, wenn sie einen Textrahmen auschecken darf, jedes verfügbare Absatz- und Zeichenformat anwenden darf und den Text nach Belieben formatieren darf. Es gibt also keine Möglichkeit, der InCopy-Anwenderin zu unterbinden, einzelne Worte grün oder in „Comic Sans“ zu formatieren.

Andererseits kann die InCopy-Anwenderin keinen Textrahmen um ein paar Millimeter vergrößern, wenn noch Platz für eine weitere Zeile gebraucht wird. Wie gesagt: Es wird nur der redaktionelle Prozess unterstützt, den Adobe sich vorstellt. Passt dein Prozess und passen deine Anforderungen nicht, dann ist InCopy nicht die richtige Wahl.

Es gibt noch ein weiteres Problem: Leider kann für die Zusammenarbeit eines Teams mit InDesign- und InCopy-Anwenderinnen nicht mit den synchronisierten Ordnern des Creative-Cloud-Abos gearbeitet werden. Die Frage, wie Dateien zwischen den Teilnehmerinnen des Prozesses ausgetauscht werden, zumal in Zeiten von Homeoffice, muss mit anderen Tools oder Prozessen, also z.B. DropBox, OneDrive oder VPN, beantwortet werden. Warum Adobe diesen Prozess nicht unterstützt ist natürlich in gleichem Maße ärgerlich wie unverständlich!

Apropos „Zusammenarbeit“.

InDesign und InCopy bieten eine E-Mail-basierte Kommunikation an. Die Daten (InDesign-Datei und icml-Dateien) können in Paketen bequem per E-Mail ausgetauscht werden. Das sei der Vollständigkeitshalber erwähnt.
Wenn die Funktionsweise und der Adobe-InCopy-Prozess zur eigenen Arbeitsweise passt, dann ist InCopy eine wunderbare Erweiterung und Erleichterung. Es gibt immer wieder Anwenderinnen, die kein InDesign benutzen wollen, weil es zu mächtig ist. Oder die Tätigkeit ist es nicht wert, jeden Monat 25 Euro für eine InDesign-Lizenz an Adobe zu bezahlen. Eine InCopy-Lizenz ist bereits für unter 6 Euro im Monat, ohne die restlichen Programme der Creative-Cloud, zu haben. Dies kann z.B. auch interessant sein für die Endredaktion, die nur noch Rechtschreibung prüft. Oder für Übersetzungsjobs.

InCopy in der Anwendung

In der Anwendung ist InCopy recht einfach. Hat man das Prinzip des Ein- und Auscheckens begriffen, bietet InCopy alle Werkzeuge, die ein mit Text arbeitender Mensch wünscht: von der Duden-gemäßen Rechtschreibprüfung, über eine Änderungsverfolgung bis zur Darstellung des Textes als Textfahne.

InCopy hat aber auch ein paar Tricks drauf, die InDesign nicht kann. So gibt es das Konzept „Textmakros“. Ein Textmakro führt automatisch eine Kombination mehrerer Tastaturanschläge aus. Auf diese Weise lässt sich sowohl die Eingabe einfachen Textes (einzelne Wörter oder ganze Wendungen) als auch die Eingabe komplexer Textpassagen, wie formatierter Adressen, automatisieren. Unter dem Menü „Bearbeiten“ gibt es „Vertauschen“. Wenn Sie während der Eingabe versehentlich zwei nebeneinander liegende Zeichen vertauschen, können Sie diesen Fehler mit dem Befehl „Vertauschen“ korrigieren. Wenn Sie z. B. 1243 statt 1234 getippt haben, werden über den Befehl „Vertauschen“ die 4 und die 3 ausgetauscht.

Fazit

Mich ärgert vor allem, dass es nicht sinnvoll möglich ist, die synchronisierten Ordner der Creative Cloud zu nutzen, um im Team zu arbeiten.

Wenn sich dennoch nach eingehender Prüfung zeigt, dass sich InCopy zur Arbeit im konkreten Team eignet, ist es ein tolles Werkzeug. Leicht zu erlernen und gut zu benutzen. Leider stellt sich in konkreten Projekt häufig heraus, dass InCopy an der einen Stelle zu viel kann und an einer anderen Stelle zu wenig. So wäre es von Vorteil, wenn man in InCopy ausschließlich voreingestellte Formate anwenden könnte, statt die komplette gestalterische Freiheit mit Text zu haben.

Interessant? Könnte InCopy etwas sein für dein Team? Dann sprich uns an! Wir beraten dich vor eine Einführung und begleiten gerne bei der Umstellung und schulen euch gerne.

Christoph Steffens

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IDUG H/HH/B/S #88 Weihnachtsfeier

IDUG H/HH/B/S #88 Weihnachtsfeier

Im Dezember realisierten wir eine verrückte Idee: Warum feiern die 4 aktiven InDesign Usergroups nicht eine gemeinsame Weihnachtsfeier? Gesagt – getan! Kerzen🕯️wurden angezündet und stimmungsvolle Mützen wurden 🎅aufgesetzt. Ob Glühwein☕ verzehrt wurde, ist nicht überliefert.

Am 15. Dezember 2022 trafen sich die „Standortleiter“ der IDUG Berlin, Stuttgart und Hamburg und fast 80 Teilnehmer aus dem kompletten deutschsprachigen Raum online. Und es wurde sehr rege! Nach dem offiziellen Teil wurde es sogar ein wenig gemütlich🎄!

Wir sprachen auch über den Wunsch einiger Teilnehmer, es solle doch mal wieder „Präsenzveranstaltungen“ geben! Es gab Argumente dafür und einige dagegen. Am Ende blieb die Feststellung: Man wird sehen, was 2023 bringt!

Auf jeden Fall hatten wir an dem Abend fünf interessante Vorträge, die kaum unterschiedlichere Themen behandeln konnten.

Zunächst war da Heike Burch von der IDUG Berlin. Statt, wie geplant, über „Formatvorlagen“ und „Stilvorlagen“ 😅 zu sprechen, zog sie es vor, erneut für die Verwendung von Absatz- und Zeichenformaten zu werben. Ein, wie von Ihr gewohnt, launiger und informativer Vortrag:

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Klaas Posselt, ebenfalls von der IDUG Berlin, thematisierte ausnahmsweise mal nicht das Thema „Barrierefreiheit“ , sondern nahm uns mit in seinen Arbeitsalltag und zeigte uns, was ihn ärgert und wie er den Ärger beseitigt.

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Rainer Klute von der IDUG Hamburg zeigt uns in seinem Beitrag die Website indesign.uservoice.com. Das ist der Platz, wo du deine Verbesserungsvorschläge und gefundenen Fehler zu InDesign loswerden kannst. Und das Wichtigste ist: Da lesen die Entwickler von InDesign tatsächlich mit; im Ernst!

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Katharina Frerichs von der IDUG Stuttgart holt aus, um ihr Lieblingsprogramm zu erklären: InCopy! Wer nicht weiß, was das ist, sollte hier klicken:

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Christoph Steffens erweitert den Blick auf die „Creative Cloud“ und zeigt, was du erwarten kannst von „Adobe Exchange“. Neugierig? Dann schau dir das Video an:

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Fazit

Das war ein riesengroßer Spaß. Die Resonanz war toll und die Zahl von weit über 70 Teilnehmern spricht für das große Interesse an solchen Veranstaltungen. Wir, die Referenten, bedanken uns für das Zusehen und die rege Teilnahme mit Fragen und Ergänzungen!

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The Power of GREP

The Power of GREP

GREP

Die Arbeit mit “regulären Ausdrücken” gehört zu unserem Satzkisten-Alltag wie die morgendliche Tasse Kaffee und die GIFs im Firmenchat. Deswegen haben wir vor einem Jahr auch gleich einen der ersten Blog-Artikel diesem Thema gewidmet (sogar mit Film!).

Sind uns nach einem Jahr schon die Themen ausgegangen, dass wir nun schon wieder über GREP schreiben müssen? Nein, ganz sicher nicht!

Aber wir stellen häufig fest, wie schwer manchem der Einstieg in das Thema fällt – weil es sich viel zu sehr nach Informatik und Code anfühlt.

Natürlich: die „regulären Ausdrücke“ kommen aus der Softwareentwicklung. Du musst aber kein Informatiker sein, um diese anzuwenden. Und in der Ausbildung zum Grafiker oder Mediengestalter stehen sie nicht an erster Stelle, sofern sie überhaupt thematisiert werden.

Doch InDesign bietet auch den Kreativen einen leichten Zugang dazu an, ohne dass Du in Deinem Leben auch nur eine Zeile Code programmiert haben musst. Und die Anwendung von GREP spart Zeit, Geld und schont die Nerven von Anwendern und Kunden.

Ich kenne niemanden, der GREP kann und freiwillig darauf verzichtet. Man muss sich nur einmal darauf einlassen, auf diese „neue Sprache“. Und so wie man im realen Leben eine Sprache lernt, verhält es sich auch mit GREP.

 

Vokabeln

Zunächst – ohne Vokabeln, kein Erfolg. Aber es ist ziemlich leicht, da InDesign schon ein Wörterbuch mitliefert. Das befindet sich im Fenster „Suchen/Ersetzen“ und in den Absatzformatoptionen hinter dem @ und bietet eine Menge Sonderzeichen, Platzhalter und weitere Möglichkeiten an.

Und für alles Weitere gilt: Frag Google! Das Netz ist groß und hält hilfreiche Informationen parat, wie z. B. die großartige GREP-Referenz von Gregor Fellenz oder die Foren bei https://www.hilfdirselbst.ch.

Manche Vokabeln haben in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Bedeutungen. Wie war das gleich?

„Pain is just the french word for bread“.

Pain bedeutet auf Französisch „Brot“, im Englischen „Schmerz“. Ein Punkt ist in unserem Sprachgebrauch ein Satzzeichen – für GREP der Platzhalter für „alle Zeichen“. Das muss man eben lernen oder aus den Wörterbüchern heraussuchen.

Apropos – wenn Du in GREP wirklich einmal einen „Punkt“ suchen willst, musst Du vor den Punkt . ein \ setzen. Dann weiß InDesign, dass Du tatsächlich den Punkt und nicht „alle Zeichen“ meinst. Das gilt für alle Zeichen, die bei GREP eine andere Bedeutung haben als in „unserem“ Sprachgebrauch – also zum Beispiel auch für runde oder eckige Klammern usw.

 

Grammatik und Satzbau

Viele Vokabeln aneinander gereiht ergeben noch nicht unbedingt einen verständlichen Satz. Aber auch hier tastet man sich ran und mit ein paar Regeln wird es verständlich. Suchketten können mit Klammern in einzelne „Päckchen“ untergliedert und somit strukturiert werden. Und auf diese Päckchen (= Fundstellen) kann im Ersetzen-Feld einzeln zugegriffen werden.

Wer eine Vokabel in Bezug zu einer anderen Vokabel setzen möchte, nimmt Lookbehind oder Lookahead zur Hilfe. Ein Beispiel könnte sein „finde a nur dann, wenn danach b kommt“.

Wer einen Platzhalter wie /d in Großbuchstaben schreibt, /D kehrt ihn um. So wird aus der Suche nach „alle Ziffern“ eine Suche nach „alles außer Ziffern“.

 

GREPs aus unserem Vokabelheft

Dieser GREP löscht zuverlässig und sauber leere Zeilen:

 

Hier wird es bereits etwas interessanter. Dieser hier ersetzt alle Leerräume – Tabulatoren und Umbrüche wollen wir aber nicht tauschen – in den Positionen zwischen Vorzeichen und Ziffern, durch ein geschütztes Leerzeichen mit fester Breite:

 

Dieser GREP sucht Abstände zwischen Zahl und Maßeinheit. Er findet bei uns täglich Anwendung:

 

Und dieser Kandidat sucht nach Ziffern mit darauffolgenden Prozent- / Promillezeichen, außer es folgt ein „ig“:

Der GREP ersetzt alle Leerräume (ohne Tab und Umbruch) zwischen Vorzeichen und Ziffer durch ein geschuetztes Leerzeichen mit fester Breite

 

Übung Übung Übung

Die ersten Versuche in einer neuen Sprache sind vielleicht noch etwas holprig und reichen mal eben so zum Essen bestellen. Auch wenn andere den Satz schöner oder eloquenter formuliert hätten: Der Erfolg gibt uns recht. Das Essen steht auf dem Tisch und wenn es tatsächlich das ist, was wir bestellt haben, umso besser!

Fazit

Wer beherzt Wörterbuch und ein paar Regeln einsetzt und „dran bleibt“ kommt schnell zu den ersten Erfolgserlebnissen. Und wird sich im Anschluss mit zunehmendem Spaß auch an komplexere Suchmuster trauen. 

Wer die oben genannten Beispiele direkt in InDesign sehen möchte, kann sich gerne die beiden Vorträge von Oktober 2022 der IDUG-Stuttgart ansehen.

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IDUG Stuttgart #86 „Keine Angst vor GREP“

IDUG Stuttgart #86 „Keine Angst vor GREP“

Am 27. Oktober 2022 fand die 86. Veranstaltung der „IDUG Stuttgart“ statt. Das Thema war dieses Mal wieder ein sehr „indesigniges“, nämlich „GREP“.

 

Das Thema ist GREP

GREP ermöglicht es dir in InDesign mit „Mustern“ nach Text zu suchen. Das macht die „Suchen/Ersetzen“ Funktion zu einem mächtigen Werkzeug. Zusätzlich erweitert es die Automatisierungsmöglichkeiten über den sogenannten „GREP-Stil“ in den Absatzformaten von InDesign. Alle E-Mail-Adressen blau und unterstreichen – kein Problem. Das 2 von m² automatisch hochgestellt setzen – kein Problem.

Der Abend war zweigeteilt. Zuerst holte Christoph Steffens alle Teilnehmer mal grundsätzlich ab. Was ist dieses „GREP“ überhaupt? Welches Potenzial schlummert in dieser Technik und warum brauche ich keine Angst zu haben, mich damit zu beschäftigen. Dieser Vortrag ist bereits freigeschaltet und kann hier angeschaut werden:

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Anschließend stieg Katharina Frerichs tiefer ein und zeigt Beispiele aus dem Produktionsalltag der Satzkiste. Dieser Vortrag wird am Donnerstag, den 10. November 2022 um 12.00 Uhr freigeschaltet:

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Hast du diesen Abend verpasst? Dann schau auf unserer Eventbrite-Seite vorbei oder, besser noch, abonniere unseren Veranstaltungsnewsletter. Dann verpasst du keine Treffen mehr.

Fazit

Mit 70 Teilnehmern war der Abend mal wieder richtig schön gut besucht. Es hat mal wieder großen Spaß gemacht, selbst einen Vortrag zu halten. Auch die Fragen und die Diskussion waren sehr interessant!

Was meinst du, sollen wir mehr InDesign-Basics machen?

Christoph Steffens

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Was gibt es Neues in InDesign 2023 (Version 18) 🆔

Was gibt es Neues in InDesign 2023 (Version 18) 🆔

Im Rahmen der Hausmesse „Adobe Max“ hat der Softwarehersteller unseres Herzens neue Versionen der Programme der „Creative Cloud“ veröffentlicht. Seit dem 18. Oktober glüht die „Creative-Cloud-Desktop-App“ und verkündet, dass massig Updates auf uns warten. Wir schauen uns die Neuerungen für InDesign 2023 genauer an.

Als ich den „Splashscreen“ beim ersten Starten gesehen habe, habe ich mich zunächst sehr gefreut. Der „Splashscreen“ ist das Bild, dass das Programm beim Starten zeigt. Das von InDesign ist oben als Beitragsbild eingefügt. Warum es mich gefreut hat? Weil es aus der Printwelt stammt (und nicht mehr Werbung für eine Amazon-Serie enthält). Hier zu sehen ist etwas Geducktes, sind Druckfarben und Papier. Irgendwie macht mich das zuversichtlich, dass Adobe unsere Industrie nicht komplett vergessen hat.

Der Splashscreen wurde im Übrigen von Julia Schimautz gestaltet, einer österreichischen, in Berlin ansässigen, Künstlerin.

Im Internet hat Adobe diese Seite veröffentlicht, und die Neuerungen erläutert.

 

Automatisch formatieren

Der erste Punkt auf der Seite von Adobe ist schon falsch. Denn diese „Technologievorschau“ ist bis auf Weiteres (Stand Oktober 2022) für englische Benutzer vorbehalten. Die Palette „Stilpakete“ oder „Formatpakete“ oder wie die auf Deutsch auch immer heißen wird, ist nur sichtbar, wenn man InDesign installiert und als Standardinstallationssprache „Englisch“ eingetragen hat. Unsereins muss also noch etwas warten. Hinter dieser Funktion steckt eine neue Funktion, die Text mit Unterstützung von KI formatieren kann. Naja…

 

Effizientes Kopieren und Einfügen zwischen Illustrator und InDesign

Kommen wir hier zur ersten, unter Umständen interessanten, Neuerung. Bisher war es ein rechter Mist, Text von Illustrator nach InDesign zu kopieren. Dort, im InDesign, kamen nämlich nur Vektorgrafiken an. In den neuen Versionen von Illustrator und InDesign ist es möglich, Text als Text von Illustrator nach InDesign zu übernehmen.

Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass in Illustrator 2023 in den Voreinstellungen unter „Zwischenablageoptionen“ nicht eingestellt ist, dass beim Kopieren das PDF-Format genutzt werden soll.

Nebenbei hat uns Adobe noch eine zusätzliche Option beschert, die beim Einfügen von Text über die Zwischenablage hilft. Ist in den Voreinstellungen, unter „Zwischenablageoptionen“ aktiviert „Einfügeoptionen anzeigen“, dann erscheint an einem Textrahmen, der durch das Einfügen aus der Zwischenablage entsteht, dieses „Anhängsel“. Das konturlose „T“ führt dazu, dass der Text ohne Formatierung eingefügt wird. Das „T“ mit Outline fügt den Text mit Formatierung ein. Natürlich überleben die elaborierten Illustratoroptionen unter „Aussehen“ den Weg über die Zwischenablage nicht. Schade.

 

Neu in InDesign unterstützte Grafikformate

In InDesign 2023 kannst Du jetzt Dateien in den Formaten HEIF, HEIC, WEBP und JP2K importieren. Wir werden uns hier im Blog in den kommenden Wochen diesen neuen Formaten intensiver widmen.

 

Besseres einfügen von duplizierten Seiten

Was passiert, wenn man im Seiten-Bedienfeld eine Seite oder einen Druckbogen dupliziert? Bis inklusive InDesign 2022 wurden die neu erstellten Seiten immer ganz am Ende der bestehenden Seiten eingefügt. In InDesign 2023 werden diese nun direkt nach den ausgewählten Seiten eingefügt.

Wer dennoch möchte, dass die Duplikate, die „früher“, am Ende der Seiten landen, kann eine neue, zusätzliche Option auswählen: „Druckbogen am Ende der Seiten duplizierten“ respektive „Seite am Ende der Seiten duplizierten“.

Wir im Team freuen uns und meinen, diese kleine neue Funktion war längst überfällig.

Leider ist im Zuge des Updates eine Funktion verschwunden: Bis inklusive InDesign 2022 konnte man eine Seite in der Seitenpalette mit gedrückter Alt-Taste duplizieren. Dies funktioniert in InDesign 2023 nicht mehr.

 

Vorschau von InDesign-Dokumenten

Die in meinen Augen aber interessanteste Neuerung ist, dass man sich nun durch eine Seitenvorschau der InDesign-Dateien klicken kann, und das sowohl im Finder unter macOS als auch im Explorer unter Windows! Das wünsche ich mir tatsächlich seit Jahren! Eine InDesign-Datei zu öffnen, nur um nachzuschauen, ob das die „richtige“ ist, schien mir bisher immer aufwändiger als es sein müsste.

Zwei wichtige Informationen dazu: Zum einen ist es wichtig, was Du in InDesign in den Voreinstellungen unter „Dateihandhabung > InDesign-Dateien speichern“ eingestellt hast. Die Anzahl der Seiten und die Vorschaugröße entscheiden, welche Seiten und in welcher Qualität Du diese im Finder oder Explorer siehst.

Und der Hammer ist folgendes: Diese Neuerung betrifft nicht nur InDesign Dateien, die mit InDesign 2023 gespeichert werden! Nein, dies betrifft alle InDesign-Dateien, auch von älteren InDesign-Versionen! Wie kommt es? Die Möglichkeit eine Vorschau in die indd zu speichern gibt es schon seit Jahren! Wenn Du InDesign 2023 auf Deinem Mac oder PC installierst, erhält dein Betriebssystem eine Erweiterung, welche es ermöglicht, die Vorschauen darzustellen! Das heißt, auch wenn Du mit InDesign 2023 gar nicht arbeiten willst, kann es eine gute Idee sein, die Version dennoch zu installieren, nur um die Vorschauen Deiner (alten) Dateien zusehen! Cool, oder?

 

UXP-Scripting

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Entwickler von InDesign-Scripten nun „UXP-Scripting“ zu den bisherigen Sprachen „VBScript“, „AppleScript“ und „JavaScript“ verwenden können. Viele Programmierer begrüßen das.

 

Eine große Kleinigkeit

Wenig beachtet hat sich ein Detail verbessert, dass einen Fehler der letzten Versionen behebt. In den Voreinstellungen gibt es unter „Satz“ eine neue Option namens: „Beachten Sie Texteinzüge zusätzlich zum Textumfluss“. Dies ändert das bisherige Verhalten von Listen, wenn deren Text von einem Rahmen verdrängt wird.

 

InCopy

Kurz und knapp: Enttäuschenderweise gibts hier nix Neues. Schade!

Kleine Erinnerung zum Thema „Softwareupdate“

Wie immer gilt, mit dem Updaten sehr vorsichtig zu sein. Warte lieber vor dem produktiven Einsatz der neuen Versionen ab, bis ein kleines Zwischenupdate erschienen ist. Erfahrungsgemäß dauert es zwei Monate, vielleicht auch bis Januar, bis es von InDesign eine Version gibt, die man im Produktionsalltag einsetzen möchte. Zu oft in den letzten Jahren war die erste veröffentlichte Version zu fehlerhaft.

Wer unbedingt die neue Version ausprobieren möchte, sollte zumindest erwägen, die frühere Version nicht zu entfernen. Dies kann man in den Voreinstellungen der CC-App für jedes Programm separat einstellen oder auch beim jeweiligen Update.

Eine gute Idee ist es beim Update die „Bisherigen Einstellungen und Voreinstellungen importieren“ anzuklicken. Dann landen bei InDesign die Arbeitsbereiche und Scripte und vieles mehr direkt in der neuen Version.

Fazit

Tja. Auch dieses Jahr war die „Adobe Max“ für InDesign-Anwender:innen eher eine Enttäuschung. Wie schon 2022 beschränken sich die Neuerungen auf vier bis fünf Themen, die, neutral betrachtet, lachhaft sind! Sorry, aber da fragt man sich schon, wofür man pro Monat seine Abo-Gebühren bezahlt.

Christoph Steffens

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Nanu, ich kann ein Objekt in InDesign nicht anklicken?🤨

Nanu, ich kann ein Objekt in InDesign nicht anklicken?🤨

Wieso kann ich das Objekt nicht auswählen?

Kennst du das? Du willst in InDesign einen Bildrahmen verschieben, einen Textrahmen löschen oder die Seitenzahlen entfernen. Aber das Objekt, der Rahmen oder die Gruppe lässt sich partout nicht auswählen.

Was tun?

Wir haben im Team mal überlegt und sind auf neun Situationen gekommen, in denen es zu genau diesem Problem kommen kann. Sicher wärest du auf viele auch selber gekommen. Aber auf alle neun? (⊙_⊙)?

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Du hast noch einen kniffligen Fall?

Wenn wir eine Situation übersehen haben, schreib es gerne in die Kommentare des Videos! Wir freuen uns!!

Christoph Steffens

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