IDUG Stuttgart #87 „Reinzeichnung“ mit Daniel Schulte

IDUG Stuttgart #87 „Reinzeichnung“ mit Daniel Schulte

Am 24. November 2022 fand die 87. Veranstaltung der „IDUG Stuttgart“ statt. Diesmal hatten wir Daniel Schulte zu Gast. Daniel ist Autor des Buchs „Reinzeichnung“, welches im Rheinwerk-Verlag erschienen ist.

Hast du diesen Abend verpasst? Dann schau auf unserer Eventbrite-Seite vorbei oder, besser noch, abonniere unseren Veranstaltungsnewsletter. Dann verpasst du keine Treffen mehr.

 

Reinzeichnung

Über 70 Teilnehmer waren mal wieder dabei, als Daniel zunächst mal in die Runde fragte, wer mit dem Begriff „Reinzeichnung“ überhaupt noch etwas anfangen kann.

Anschließend folge ein Rundumschlag mit tollen Hinweisen, Tipps und Hintergrundinformationen zu diesen Themen:

  • Farbmanagement in der Creative Cloud
  • Umgang mit Transparenz
  • Fremdsprachensatz
  • Vorbereitung der Datenausgabe

Wenn Du den Abend verpasst hast, ist das zwar schade, denn du konntest keine Fragen stellen und auch nicht an der regen Diskussion teilnehmen. Die Aufzeichnung kannst du aber noch gerne nachschauen. Wir haben den Abend in drei handliche Videos aufgeteilt.

 

1) Farbmanagement und Transparenz

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2) Fremdsprachensatz

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3) Ausgabe von Druckdaten plus Fragen

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Fazit

Ein richtig runder und gelungener Vortrag von Daniel. Vielen Dank dafür.

Christoph Steffens

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Was sind HEIF und HEIC?

Was sind HEIF und HEIC?

Seit dem 18.10.2022 gibt es eine neue Version von InDesign. Diese zeichnet sich mal wieder nur durch ein paar wenige Änderungen und Verbesserungen aus. Eine der wenigen Schritte nach Vorne ist, dass InDesign nun neue Datenformate beim Verknüpfen bzw. Platzieren unterstützt.

Sie können jetzt HEIC-, HEIF-, WEBP- und JP2K-Dateien in ihren nativen Formaten importieren, ohne dass die Originaltreue beeinträchtigt wird.
Quelle: https://helpx.adobe.com/de/indesign/using/whats-new/2023.html#new-graphics

Werfen wir heute mal den Fokus auf „HEIF“ und „HEIC“. Apple-Jünger und iPhone-Besitzer kennen die beiden schon seit iOS 11 (2017). Denn seitdem werden Fotos, die mit iPhone oder iPad geschossen werden, nicht nur als JPG, sondern wahlweise im Format HEIF abgespeichert und Videos im HEVC-Codec in den Flashspeicher abgelegt. Die Gründe liegen in den vielen Vorteilen, die die neuen Komprimierungsverfahren (genannt „Codec“) sowie die neuen Formate mit sich bringen. Wir haben uns die Formate näher angeschaut und finden die Vorteile richtig überzeugend.

 

Abkürzungschaos: HEIF, HEIC, HEICS und HEVC

HEIF steht für „High Efficiency Image File Format“.
HEIC steht für „High Efficiency Image Container“ und ist eine aktualisierte Version von HEIF.
HEICS ist das gleiche wie HEIF, und wird manchmal bei einer größeren Anzahl von Bildern verwendet.
HEVC für „High Efficiency Video Coding“, das Komprimierungsverfahren, das die Daten so schön klein macht.

Das Verfahren wurden unter anderem von der Moving Picture Experts Group (MPEG) entwickelt und 2015 bzw. 2013 als ISO-Norm veröffentlicht – so neu sind diese Entwicklungen also nicht. Da hat Adobe aber mal richtig lange gepennt.

Man muss unterscheiden zwischen dem Codec und den Dateiformaten. Der Codec heißt „HEVC“ und komprimiert sowohl Bildern als auch Videos. Die Dateiformate sind bei Bildern HEIC, HEIF oder HEICS und bei Videos weiterhin .mov oder .mp4.

 

Warum ist das für Publisher interessant?

Zuallererst ist die Speicherersparnis zu nennen. HEVC verspricht, die Bilder und Videos circa zweimal so effektiv zu komprimieren wie JPEG. Anders gesagt, die Daten werden nur halb so groß im Vergleich zu JPG. Zudem ohne die störenden Artefakte, die man vom JPG-Format kennt. Nun könnte man denken, dass Speicherplatz zunehmend weniger kostet, warum dann also sparen? Zum einen werden Bilder und Videos wegen der steigenden Auflösung immer größer. Zudem muss man bedenken, dass die Daten transportiert werden müssen, zum Beispiel in die iCloud oder auf den heimischen Rechner. Und beim Transport lohnt sich leichtes Gepäck.

Zusätzlich bietet die neue Technologie ein paar Features, die tatsächlich neu sind. In einer HEIF-Datei ist es prinzipiell möglich, nicht nur ein Bild, sondern gleich eine ganze Anzahl Bilder zu speichern. Mit dieser Idee lassen sich nun einige unterschiedliche Szenarien realisieren:

Als erstes Beispiel nehmen wir „Burst Fotos“ (burst mode), also Fotos, die durch das lange Drücken des Auslösers erstellt werden (Apple nennt das „Live Photos“). Weitere Beispiele sind Belichtungsreihen, also mehrere Fotos einer Szene mit unterschiedlicher Belichtungszeit, oder „Focus stacking“, also mehrere Fotos einer Szene mit unterschiedlicher Schärfentiefe. Vor einiger Zeit sehr beliebt waren „Cinemagraphs“, auch „Cinemagramme“ genannt. Das sind Standbilder, die eine sich wiederholende kleine Bewegung darstellen. So erscheint das Bild ähnlich wie ein kurzes Video. Bei all diesen Beispielen handelt es sich um mehrere Bilder, die in einem Zusammenhang stehen und somit in einen HEIF-Datensatz zusammengefasst werden können.

Wer diese Art der Fotografie nutzt und sich heute ärgert, dass auf diese Weise in Ordnern, in iPhoto oder wo auch immer Dutzende Dateien erstellt werden, die schwer zu verwalten sind, kann sich über diese Entwicklung freuen. Denn in HEIF sind diese zusammenhängenden Bilder Bestandteil einer einzigen HEIF-Datei. Natürlich können in eine HEIF-Datei auch beliebige Bilder gepackt werden. Zum Beispiel alle Fotos eines Shootings oder eines Kleidungsstücks in der Modefotografie. In einer HEIF-Datei sind neben den eigentlichen Bilddaten weitere Informationen gespeichert: Bildeigenschaften, Vorschauen, Informationen zu Rotation oder Overlays.

Weiterhin können Alphakanäle oder sogar „Depth Maps“ enthalten sein. Depth Maps sind Bilder oder Kanäle, die Informationen zur dritten Dimension enthalten. Diese Daten werden nicht als solche angezeigt, sondern verwendet, um ein anderes Bild zu ergänzen. Und natürlich gehören zu den im HEIF gespeicherten Zusatzinformationen bekannte Bildmetadaten wie EXIF, XMP und andere. Eine Internetseite von Nokia bietet eine gute Möglichkeit, die Vorteile und Unterschiede zu bisher gebräuchlichen Bildformaten sichtbar zu machen.

Der neue Codec HEVC ist auch bekannt als H.265, ist also der Nachfolger von H.264. Auch bei Videos wird damit eine doppelt so starke Kompression wie bisher bei gleichbleibender Qualität realisiert. Anwendung findet das Format bereits bei der Übertragung von ultra-hochauflösenden TV-Programmen und bei Blu-ray-Discs und Camcordern mit 4K-Auflösung. Weitere Informationen findest Du hier.

 

Weitere Extras

Das Bildelement in HTML5.2 ist in der Lage, aus einer Auswahl von Bildalternativen selbsttätig das Bild auszuwählen, das für die aktuellen Anforderungen an die Darstellung bezogen auf das Gerät und die Fenstergröße am besten passt. Damit kann der Speicherbedarf und die Downloadzeit optimiert werden, je nachdem wie groß das Display oder wie schnell die Internetverbindung ist.

Und HEIF unterstützt per Design ausdrücklich ein „non-destructive editing„. Das bedeutet, dass das Originalbild durch Bearbeitung nicht unwiderruflich zerstört wird. Das fängt an beim Beschneiden und Drehen. Aber auch nach intensiver Bearbeitung steht das Original noch zur Verfügung, weil Zwischenschritte in der Datei selbst gespeichert werden können.

 

Gute Nachrichten/Schlechte Nachrichten

OK, man kann in InDesign 2023 HEIF-Dateien platzieren. Und man kann in Photoshop 2023 HEIF-Dateien öffnen. Beide Programme können auch Videos, die mit HEVC kodiert sind, platzieren und öffnen.

Aber: Weder in InDesign 2023 noch in Photoshop 2023 kann ich HEIF-Dateien speichern. Sicher wäre das aus Photoshop heraus wichtiger, aber InDesign kann seit 1000 Jahren PNG und JPEG exportieren, warum nicht auch HEIF? Und das „non-destructive editing“ voh HEIF beherrscht Photoshop ebenfalls nicht.

Zudem kommt keines der beiden Programme mit HEIF als Container zurecht! Das heißt, ich kann nur das „Schüsselbild“ sehen und platzieren oder bearbeiten. Wenn im HEIF-Container aber mehrere Dateien enthalten sind, habe ich darauf keinen Zugriff. Damit werden die interessanten Features, die HEIF mitbringt, im Keim erstickt.

Fazit

Bin ich Optimist? Dann freue ich mich darüber, dass InDesign und Photoshop aktuelle Datenformate unterstützen! Yeah! 🥳 Bin ich Pessimist? Dann ärgere ich mich, dass Adobe wiedermal nur einen halben Job gemacht hat. 😢 Das ist superschade, denn auf diese Weise werden die unbestrittenen Vorteile des Formates und des Codecs verspielt. Ärgerlich.

Christoph Steffens

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Keine Pantone-Bibliotheken mehr in Adobe Programmen – eine Aktualisierung (🔥Update November 2022)

Keine Pantone-Bibliotheken mehr in Adobe Programmen – eine Aktualisierung (🔥Update November 2022)

Schon vor ein paar Monaten haben wir über das Thema informiert. Nun kocht es wieder hoch. Das liegt unter anderem an diesem Artikel auf Heise.de. Dort steht:

Nutzer sehen nur noch Schwarz

Alle bislang verwendeten Pantone-Farben, die hinter der neuen ‚Paywall‘ verschwinden, werden durch schwarze Flächen dargestellt. Und zwar auch in Dateien, die man vor der Umstellung angelegt hat. Auf Twitter kursieren bereits entsprechende Hinweise und Screenshots sowie verärgerte Kommentare.

Jetzt rufen unsere Kunden an und fragen, was Sache ist und was sie tun sollen. In diesem etwas längeren Artikel wollen wir den Sachverhalt mal klarstellen. Du kannst den Artikel gerne unter Kollegen teilen!

 

Wer sollte weiterlesen und wer nicht?

  • Du hast bisher die Pantone-Bibliotheken nur verwendet, um dich farblich inspirieren zu lassen und am Ende hast du doch mit CMYK-Daten und nicht mit Volltonfarben gearbeitet. Wenn du deshalb die Bibliotheken vermisst, dann ist dieser Abschnitt interessant: Wo bekomme ich die alten Pantone-Bibliotheken her?
  • Wenn du dich fragst: Gibts denn keine Alternative zu Pantone? Dann lies hier weiter.
  • Wenn du in Photoshop mit Duplex-Bildern arbeitest und dort Pantone Farben verwendest, solltest Du diesen Artikel auf jeden Fall weiter lesen
  • Wenn du einfach mal wissen willst, worum es in der ganzen Aufregung eigentlich geht, lies hier weiter und was das größte Problem bei der Geschichte ist, liest du hier.

 

Was hat Adobe denn nun gemacht?

Adobe hat viele Jahre lang Bibliotheken mit Pantone-Farben mit seinen Desktop-Programmen ausgeliefert. Diese sind im Übrigen mindestens seit CS3, also seit 2012 (!), unverändert! Pantone hat in den letzten zehn Jahren seine Farben aber weiterentwickelt und es stellt sich ganz grundlegend die Frage, in welchem Rahmen diese Bibliotheken überhaupt sinnvoll einsetzbar waren!

Wie angekündigt hat Adobe nun im August einen Teil der Bibliotheken aus den Programmen entfernt. Was dieser lapidare Satz konkret bedeutet, ist in meinen Augen nicht weniger als ein Skandal. Denn Adobe von deinem Rechner Dateien entfernt, die du unter Umständen zur Produktion benötigst!

Als Beispiel: In diesem Screenshot siehst du die Bibliotheken, die im Ordner deines InDesign 2022 (Version 17.0) enthalten waren (oder sind). Ich zähle zehn Bibliotheken, unter anderem „Pantone+ Premium Metallics Coated“ und „Pantone+ Pastel & Neon Coated„.

Wenn du das Update auf InDesign 2022 (Version 17.4) durchführst, sieht der Inhalt so aus. Ich zähle nur noch fünf Bibliotheken und unter anderem fehlen die beiden oben genannten Bibliotheken.

Dies ist bei den Updates für Illustrator 2022 und Photoshop 2022 das Gleiche. Adobe hat dir also durch das empfohlenen Update Dateien vom Rechner entfernt!

 

Was bedeutet das für deine Produktionsdateien?

Die gute Nachricht ist, dass sich für deine Dateien, die du in InDesign und Illustrator erstellt hast, selbst wenn diese Pantone-Farben enthalten, nichts zum Nachteil ändert. Mit einer Ausnahme gilt das auch für Dateien aus Photoshop.

Alle Farbfelder in InDesign und Illustrator, die ursprünglich aus einer der betroffenen Pantone-Bibliotheken stammen, sind als „Kopie“ in den Dateien gespeichert und wissen immer noch, wie sie dargestellt werden wollen.

 

Der GAU: Duplex-Bilder in Photoshop

Aktualisierung November 2022:

Adobe hat am 16.11.2022 die Version 24.0.1 von Photoshop veröffentlicht. In dieser Version besteht das „Schwarz-Problem“ nicht mehr! Das heißt, dass Dateien, wie im nächsten Abschnitt beschrieben, in der Version 24.0.1 nicht mehr falsch dargestellt werden. In InDesign und Illustrator hat sich nicht geändert!

Unter zwei Voraussetzungen bekommst du Probleme mit deinen Produktionsdateien aus Photoshop:

  1. Du arbeitest mit Bildern im Modus „Duplex, sei es „Einfarbig„, „Duplex„, „Triplex“ oder „Quadruplex„.
    und
  2. Eine der Farben stammt aus den „verloren gegangenen“ Pantone-Bibliotheken.

Zur Sicherheit sei nochmal gesagt: Wenn du nicht mit dem Modus „Duplex“ arbeitest oder diese Bilder nicht mit Pantone-Farben der betroffenen Bibliotheken eingefärbt hast in Photoshop, dann hast du das hier beschriebene Problem nicht!

Wenn du nun ein solches Bild in Photoshop 2022 öffnest, erscheint eine Fehlermeldung und die Farbe wird schwarz dargestellt!

Jetzt wird es kompliziert: Wenn du ein solches Bild in InDesign platzierst, passieren verwirrende Dinge. Zunächst sieht das Bild, wie in Photoshop, schwarz aus. Das ist schlecht! Aber ein Blick auf die Palette „Farbfelder“ zeigt, dass eine Volltonfarbe hinzugefügt wurde! Das ist natürlich gut! Aber, wenn man sich jetzt die „Separationsvorschau“ in InDesign anschaut, oder ein PDF exportiert und dieses in der „Ausgabevorschau“ in Acrobat betrachtet, stellt man fest, dass die Datei unbrauchbar ist!

Jetzt hast du die Wahl, wie du mit dem Problem umgehst. Entweder, du besorgst dir die verloren gegangenen Bibliotheken oder du wirst Pantone-Kunde und abonnierst Pantone-Connect.

Wo bekomme ich die alten Pantone-Bibliotheken her?

  • Im Backup nachsehen
    Wenn du deine Festplatte regelmäßig sicherst, dann solltest du nach Dateien suchen, deren Dateiname mit „Pantone+“ beginnen und deren Suffix „*.acb“ (InDesign und Illustrator) und „*.aco“ (Photoshop) ist. Diese Dateien legst du in deinem Rechner in den entsprechenden Ordner der genutzten Programmeversion.
  • Alternativ kannst du auch eine alte Version des Programmes installieren!
    Zum Zeitpunkt, wenn ich diese Zeilen schreibe (November 2022) kann man über „CC Desktop App“ noch die Version 17.0 von InDesign, 23.0 von Photoshop und 26.0 von Illustrator installieren. (Man muss wissen, wie das geht, aber das soll an anderer Stelle erklärt werden)
  • Vielleicht hast du einen Kollegen oder netten Dienstleister, den du fragen kannst, ob dort eventuell noch die alten Bibliotheken vorliegen und diese  weitergegeben werden 😁 Ob dies rechtlich zulässig ist, ist umstritten. Aber fragen kann man ja mal!

 

Gibts denn keine Alternative zu Pantone?

Fazit

Ich persönlich finde das Vorgehen von Adobe höchst fragwürdig. Wer nun „Schuld“ an diesem Desaster hat, Pantone oder Adobe, kann ich nicht beurteilen. Fest steht, dass sich beide nicht mit Ruhm bekleckert haben. Die Suppe auslöffeln müssen nur die Anwender, die brav jeden Monat ihre Abogebühren zahlen.

Erschwerend kommt hinzu: Die offizielle Lösung für das Problem, das PlugIn von Pantone kostet nicht nur monatlich Geld. Weil das PlugIn nur in „CEP“ programmiert ist, ist es zudem nicht möglich, dieses auf einem Apple-Rechner mit M1-Prozessor nativ in Photoshop laufen zu lassen. Das bedeutet, dass du Photoshop auf diesen Macs im „Rosetta Modus“ laufen lassen musst, um das Plugin zu nutzen. Die Bewertungen des PlugIns sprechen auch Bände.

Allerdings halte ich die Hysterie, die sich in der „Publishing-Community“ breit macht, für unangemessen. Wir hoffen, dass wir mit diesem Artikel zur Klärung beigetragen haben.

Wir freuen uns, wenn du den Artikel unter deinen Kolleg*innen und Freund*innen teilst. Wenn du Ergänzungen hast oder einen Fehler gefunden hast, freuen wir uns über eine Rückmeldung.

Christoph Steffens

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Besondere Endnoten und eine InDesign-Script-Erfolgsgeschichte

Besondere Endnoten und eine InDesign-Script-Erfolgsgeschichte

Besondere Wünsche

Alles begann damit, dass sich eine Freundin des Hauses, Beate Zimmermanns (buerofuergedrucktes.de), an uns wand, mit der Frage, wie man „besondere Endnoten“ in InDesign lösen kann. Wären es nur eine Handvoll Endnoten gewesen, hätte man den Prozess manuell gestalten können. Aber bei über 600 wäre das sehr fehleranfällig gewesen. Uns fiel auch keine Lösung ein. Außer, natürlich, die Lösung über ein Script.

Der Autor des Buches hatte besondere Wünsche, wie die Endnoten im Buch beschaffen sein sollen. Da im Buch über 600 Endnoten enthalten sind, lehnte er die übliche Vorgehensweise ab. Die vielen, kleinen 3-stelligen Zahlen hätten den Lesefluss zu sehr gestört. Er wünschte sich, dass die in seinem Buch so aussehen und funktionieren:

Sie beginnen mit der Seitenzahl. Dann folgt das Zitat auf der Seite, auf das sich die Endnote bezieht. Es fehlt also die übliche Zuordnungszahl; anhand des „Zitates“ soll der Leser die Endnote zuordnen. Dann folgt die Quelle oder der Hinweis, also die eigentliche Endnote. Hier muss man zusätzlich beachten, dass im Normalfall mehr als ein Wort das Zitat darstellt, dass in der Endnoten erscheinen soll.

 

Die Voraussetzungen

Wir haben das ganze also mit einem Script gelöst. Das hat aber einige Voraussetzungen mit sich gebracht:

Das „Zitat“, das in den Endnoten erscheinen soll, muss mit einem speziellen Zeichenformat („Endnote“) formatiert sein. Im Screenshot oben in hellblau dargestellt. Danach folgt eine InDesign-eigene Endnote, die den zusätzlich Endnotentext enthält; also z. B. die Quellenangabe. Auch diese Endnote wird mit einem Zeichenformat („Endnotennummer“) belegt; im Screenshot oben als rote römische „1“ zu erkennen.

Natürlich wird das Zeichenformat für die „Zitate“ vor dem PDF-Export in die Farbe „ohne“ geändert, damit die farbige Hinterlegung nicht sichtbar ist. Das Zeichenformat für die Endnotenziffer dient dazu, dass man diese vor dem PDF-Export „unsichtbar“ machen kann. Denn genau diese wollte der Autor ja ursprünglich nicht.

 

Das Script

Wenn man nun das Script startet, dann passiert Folgendes:

  1. Das Script findet die Texte, die mit dem Zeichenformat „Endnoten“ belegt sind.
  2. Das Script merkt sich die Seitenzahl der Fundstelle.
  3. Das Script liest die dazugehörigen Endnotentexte aus.
  4. Das Script erzeugt auf der aktiven Seite einen Textrahmen. In dem werden die zusammengesammelten Daten wie folgt ausgegeben:
    Seitenzahl Komma Halbgeviert [Text, der mit dem Zeichenformat markiert ist] Doppelpunkt Halbgeviert [Text der Endnote]

Und schon sind die „besonderen“ Endnoten fertig.

Wir haben noch ein paar zusätzliche Details eingebaut. Man hätte das Script zudem noch dazu bringen können, alle offenen Dateien zu verarbeiten. Aber bei diesem Buch waren alle Seiten in einem Dokument. Die temporäre farbliche Markierung der Zitate für die Endnoten erleichterten zudem in der Korrekturphase die Arbeit für den Autor und die Redaktion.

Fazit

Ja, ich weiß: Das ist eine sehr exotische Anforderung, die wahrscheinlich außer diesem Autor niemand hat. Wir berichten in diesem Artikel auch nicht darüber, weil wir glauben, dass noch jemand dieses Script brauchen kann.

Wir berichten darüber, dass man in InDesign auch exotische „Wünsche“ oder Anforderungen lösen kann; und zwar mit Scripten. In diesem Fall konnten wir das Problem innerhalb einer Woche lösen und das für ein paar hundert Euro. 

Was soll ich sagen, die „Freundin des Hauses“ und Ihr Verlagskunde waren zufrieden…

Christoph Steffens

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PDF/X – ohne geht nix

PDF/X – ohne geht nix

„OK, OK“, höre ich dich sagen. Habe ich schon von gehört. Meine Druckerei redet immer davon. Aber was das genau ist, weiß ich nicht“. Dann ist das der richtige Artikel für dich.

 

Wer braucht PDF/X?

Jeder und jede, der oder die professionell mit Druckdaten umgeht und diese an eine Druckerei übergibt. Und natürlich müssen Druckereien wissen, was PDF/X ist und wie damit umzugehen ist.

Das X steht für BlindeXchange (ja, der Name ist ein wenig cheesy 🧀) und dafür soll es sorgen: für einen reibungslosen Austausch von Druckdaten. Aber der Reihe nach.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als sich PDF gerade in der Branche etabliert hatte. Wir, die Datenerzeuger hatten die Druckereien so weit, dass sie PDFs von uns angenommen haben. Über diese gute alte Zeit gibt’s hier einen kleinen Artikel. Aber dann fiel uns auf, dass in einem PDF ja viel mehr drin sein kann, als überhaupt druckbar ist. Was soll eine Druckerei machen mit einem PDF, das ein Video enthält? Das Gleiche gilt für Kommentare, Audiodateien oder Formularfelder.

Andererseits müssen bestimmte Dinge in einem PDF unbedingt drin sein, damit es vernünftig gedruckt werden kann. Zum Beispiel sollten Schriften eingebettet sein. Schnell fiel nicht nur uns auf, dass es Regeln für Druck-PDFs geben muss, sondern auch wichtigen Menschen in Gremien und Firmen. Olaf Drümmer war einer der Vorreiter ebenso wie Stephan Jaeggi. Die erkannten, dass es am besten internationale Regeln und Normen geben sollte und tauften diese schließlich PDF/X.

 

Was ist PDF/X?

PDF/X ist ein Regelwerk, das beschreibt, welche technischen Eigenschaften ein PDF haben muss und nicht haben darf, wenn es im kommerziellen Druck verarbeitet werden soll.

So einfach ist das! Ein paar dieser Eigenschaften habe ich oben schon genannt. Weitere sind z. B. diese: Ein PDF/X muss wissen, für welche Ausgabebedingung es optimiert ist. Im englischen Outputintent genannt. Hört sich kompliziert an, ist aber im Prinzip ganz einfach. Ausgabebedingung ist ein Synonym für die Art und Weise, wie die Daten ausgegeben werden sollen. O. K., noch konkreter: Soll das Buch im Bogenoffset auf gestrichenem Papier gedruckt werden oder im Rollenoffset auf gelblichem Papier?

Der Erzeuger des PDFs mitsamt seinen Bildern und anderen farbigen Objekten hat die Farben dahingehend optimiert, dass sie, wenn sie in einer bestimmten Ausgabebedingung ausgegeben werden, so aussehen, wie sie aussehen sollen. Und diese schreibt man in die Metadaten des PDFs, damit die Druckerei das weiß. Denn das bedeutet, dass sofern die Ausgabebedingung mit der tatsächlichen Ausgabe übereinstimmt, die Druckerei nichts weiter beachten muss. Und wenn es nicht übereinstimmt (Maschinenwechsel, Papierwechsel, …) müssen die Farben ggf. entsprechend umgerechnet werden.

Anderes Beispiel: Sind die Objekte im PDF schon „überfüllt“ oder nicht. Auch das muss in den Metadaten des PDFs stehen, damit die Druckerei Bescheid weiß.

 

Wie mache ich ein PDF/X?

Technisch gesehen ist es einfach, ein PDF/X aus den gängigen Layoutprogrammen zu erzeugen. In InDesign werden entsprechende PDF-Exportformate mitgeliefert. Dieses wählst du einfach beim Export aus und – schwupp – hast du ein PDF/X. Grundsätzlich ist es genauso einfach! Leider liegt die Teufel:in im Detail. Wer sich grundsätzlich damit beschäftigen will, dem sei das Angebot von PDF/X-ready empfohlen. Auf dessen Website sind alle (!) Informationen, die du benötigst, um PDF/X zu verstehen und anzuwenden. Natürlich helfen wir von der Satzkiste dir gerne, wenn du Unterstützung brauchst!

 

PDF/X-1, PDF/X-1a, PDF/X-2, PDF/X-3, PDF/X-4, PDF/X-5

Die Frage steht im Raum: Wollt ihr mich v********n?”. Diesen Buchstaben- und Zahlenzoo muss man erst mal begreifen… (Wenn ich ehrlich sein darf, dann muss ich sagen, dass es noch viel mehr gibt: PDF/X4p, PDF/X-6, … Aber ich höre jetzt auf 😊)

Im Prinzip ist es aber ganz einfach. PDF/X ist eine internationale Norm, die von der ISO (International Organization for Standardization) also von Ingenieur:innen, geschrieben wird. Deshalb hat das ganze so technische Namen. Und die Nummerierung ist nichts anderes als Versionen! Die erste veröffentlichte Version ist die -1. Dann kam eine kleine Änderung, die dann -1a genannt wurde. Diese wurde abgelöst von der -2”, usw.

Wichtig ist, dass aktuell die Version PDF/X-4 in der Branche üblich ist und ich würde sehr dazu raten diesen Standard im eigenen Workflow zu etablieren.

 

PDF/X löst nicht alle Probleme!

Jetzt darf aber ein Missverständnis nicht entstehen. Es ist (natürlich) nicht so, dass die Nutzung von PDF/X-4 im Prozess alle Probleme beseitigt und alle glücklich macht.

Ein Beispiel: Im Regelwerk ist beschrieben, dass Bilder im PDF enthalten sein müssen (Für die Prepress-Nerds: OPI ist also nicht erlaubt). Im Regelwerk ist jedoch nicht beschrieben, welche Bildauflösung die Bilder haben müssen! Das bedeutet, dass du ein valides PDF/X-4 an die Druckerei abgeben kannst, dessen Bilder nur 72 ppi haben! Was”, höre ich dich rufen, ist das denn für eine Druckvorstufennorm, die so etwas zulässt.” Der Grund ist einfach. Für den einen Druckprozess ist diese Bildauflösung richtig, für den anderen eine andere. Willst du einen hochwertigen Autokalender produzieren oder ein Plakat?

Dies kann nicht in einer internationalen Norm geregelt sein. An der Stelle sei noch einmal auf das Angebot von PDF/X-ready verwiesen, die auf diese Lücke eine Antwort haben. Das gleiche Problem gilt für die Frage, was die richtigen Farben im PDF sind, welche Sonderfarben erlaubt sind oder was die richtige Seitengröße ist. All diese Parameter können in deinem PDF falsch sein und trotzdem ist dein PDF ein „valides“ PDF/X.

Das heißt für dich vor allem: Der PDF/X-Standard hilft dir, deine Prozesse sicherer und prüfbarer zu machen. Am Ende sind dein Fachwissen und deine Erfahrung und deine Kenntnisse wichtig und entscheidend.

 

Was ist ein valides“ PDF/X?

Ob ein PDF den Anforderungen des Standards PDF/X genügt, kann nur die Validierung”, also Prüfung sagen. Dies kannst du in Adobe Acrobat” machen oder einem anderen Programm wie „Enfocus Pitstop“ oder der „Callas pdfToolbox”. Dazu vielleicht in einem anderen Blog-Artikel mehr.

Vorsicht beim Export aus Layoutprogrammen

Wenn man, zum Beispiel, aus InDesign ein PDF exportiert wird „PDF/X” als möglicher Standard angeboten. Hier sollte man wissen, dass dies nicht bedeutet, dass ein valides PDF/X herauskommt! Es gibt Umstände, die verhindern, dass InDesign ein PDF/X exportiert. In jedem Fall muss nach dem Export eine Prüfung des PDFs in Acrobat oder einem der oben genannten anderen Programme stattfinden.

Dies vertiefen wir ggf. in einem weiteren Artikel noch einmal. Willst du mehr dazu wissen, schreib uns gerne an hallo@satzkiste.de.

Fazit

PDF/X hat die Druckvorstufe in einem sehr großen Maße vereinfacht. Auch, wenn viele Publisher nicht im Detail wissen, wieso das der Fall ist und was wirklich dahintersteckt. Aber Du bist, dank dieses Artikels, hoffentlich etwas schlauer. 😊

Mein Rat an Dich: Nutze PDF/X-4 in Deinem Arbeitsablauf, werbe dafür in Deinem Team, Deiner Firma, Deinen Kollegen, Deinen Kunden und Deinen Dienstleistern. Die Stabilität des Prozesses wird es Dir danken. 

Christoph Steffens

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Sommerferienprogramm 2022 🌞 „60 Sekunden Photoshop“

Sommerferienprogramm 2022 🌞 „60 Sekunden Photoshop“

In unserem Youtube-Kanal findest Du nicht nur Vorträge oder Tipps und Tricks-Videos für InDesign. Wir haben auch eine Reihe von Videos zu Photoshop. Es sind nicht viele Videos, aber ausgewählte Themen, die sicher relevant für Deine Arbeit sind. Und sie sind super kurz und mit 60 Sekunden ideal zum „wegsnacken“.

Das Sommerferienprogramm „Bild der Woche“ stammt von unserer Kollegin Anne Fläschner

Du möchtest in unserem Blog mehr zu Photoshop lesen? Dann schreib uns: hallo@satzkiste.de

In der Zeit vom 28. Juli bis 10. September sind in Baden-Württemberg Sommerferien. In der Zeit ruht unser Blog! Damit aber keine Langweile aufkommt, haben wir uns ein „Sommerferienprogramm“ überlegt. (Die Älteren unter uns erinnern sich). Wir stellen jeden Mittwoch ein besonderes Video aus unserem „InDesign Usergroup-Youtube-Kanal“ vor. Wir hoffen, dass Dich die Themen interessieren.

Wenn Du die „IDUG Stuttgart“ noch nicht kennst, dann schau mal hier rein. Alle Links zur „IDUG Stuttgart“ findest Du hier, unter anderem eben auch unseren YouTube-Kanal.

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