Keine Pantone-Bibliotheken mehr in Adobe Programmen

Keine Pantone-Bibliotheken mehr in Adobe Programmen

Am 26. November 2021 veröffentlichte Adobe eine Information in verschiedenen Artikeln. Zum Beispiel hier https://helpx.adobe.com/de/illustrator/kb/pantone-plus.html oder hier https://helpx.adobe.com/de/indesign/using/swatches.html. Dort wird eine „Bevorstehende Änderungen an den Pantone-Farbbibliotheken“ mit diesen Worten angekündigt:

„Ab März 2022 werden die in Adobe Photoshop, Illustrator, InDesign, Adobe Color und Adobe Capture vorinstallierten Pantone-Farbbibliotheken aus künftigen Software-Updates entfernt. Um die Auswirkungen dieser Änderung zu minimieren, arbeiten wir an einer alternativen Lösung für die betroffenen Produkte. Wir halten Sie auf dem Laufenden“

Wow. Das ist ein Wort! In meiner Wahrnehmung waren Pantone-Bibliotheken schon immer in allen DTP-Programmen, auch in Freehand und XPress, eingebaut und somit wäre eine „Entfernung“ eine einschneidende Änderung. Allerdings ist mit „entfernen“ wohl nicht zu verstehen, dass etwas von deinem Rechner entfernt wird. Es wohl eher so, dass zukünftige Installationen der oben genannten Programme keine Pantone-Bibliotheken mehr enthalten. (Hoffe ich zumindest!)

Zum Gesamtbild gehört bei der Beurteilung dieser Information, dass das, was heute in den Adobe-Programmen bezüglich Pantone-Farben implementiert ist, seit CS6 unverändert verteilt wird und ein „alter“ Pantone-Standard ist und nicht den aktuellen Stand repräsentiert. Die angekündigte Entwicklung zeichnete sich also offenbar schon länger ab.

 

Was steckt dahinter? 

In einem Artikel der Printweek wird gemunkelt, es gäbe „Spekulationen in der Branche, dass die Situation das Ergebnis eines „großen kommerziellen Streits“ über die Lizenzgebühren ist.“ Dass diese Entwicklung finanzielle Hintergründe hat, liegt auf der Hand. Mehr dazu ein paar Zeilen später.

 

Alternativen und Lösungen

Wenn du auf die Pantone-Bibliotheken in deiner Arbeit setzt, dann könnte eine Lösung das Plugin „Pantone Connect“ sein.

Viele Anwender kennen „Adobe Exchange“ nicht. Das ist eine Website, über die man (teilweise kostenlose) Erweiterungen, sogenannten Plug-Ins, findet. Und eine davon wird von Pantone unter dem Namen „Pantone Connect” zur Verfügung gestellt. 

https://exchange.adobe.com/creativecloud.details.103029.html

Die guten Nachrichten sind, das PlugIn ist kostenlos und ist verfügbar für Windows und Mac und für Photoshop,  InDesign und Illustrator von CC2019 bis CC2022.

Laut Produktinformation ist „Pantone Connect, die digitale Plattform, die Ihnen die Macht von Pantone direkt in die Hand gibt! … Über 5.600 Pantone-Farben fehlen in den Pantone-Farbfächer-Bibliotheken in Adobe Creative Cloud, darunter 826 Pantone Matching System (PMS)-Farben und alle Farben des Fashion, Home und Interior Systems.

Pantone Connect ist jetzt die einzige Möglichkeit, auf mehr als 15.000 wichtige Marken-, Druck-, Mode- und Verpackungsfarben zuzugreifen, die Sie in Ihren digitalen Design-Projekten verwenden können. Mit seinen benutzerfreundlichen Werkzeugen zur Inspiration, Farbextraktion, Anpassung, sicheren Speicherung und Freigabe von benutzerdefinierten Paletten ist es jetzt auch die einzige Möglichkeit, dynamische Pantone-Farben in Ihre Adobe®-Designprogramme zu bringen“.

Das PlugIn ist zwar kostenlos, aber nur für die ersten 30 Tage. Danach kostet der bunte Spaß 31 Euro im Jahr oder 7 Euro im Monat. Damit wären wir dann wohl beim eigentlichen Grund für diese Entwicklung! Adobe zahlt ganz offenbar nicht genug. Die Chefs von Pantone rechnen sich wohl mehr Geld aus bei direkten Kunden-Abos.

Ob es reicht, wenn nur ein paar Personen im Team oder im Prozess die kostenpflichtige Version von „Pantone Connect” haben oder ob alle Beteiligten diese benötigen, kann man aktuell nicht sagen! Die Bewertungen des PlugIns sprechen zudem auch eine ganz eigene Sprache! 

Ein weiterer Nachteil ist, dass man bei jedem Update einer Adobe-Software zunächst einmal prüfen muss, ob es bereits eine kompatible Version des PlugIns gibt. Man muss also vor jedem Update von InDesign oder Photoshop warten, bis Pantone “in die Puschen kommt“.

Kurz und gut: Es wäre tatsächlich ein riesiger Rückschritt, wenn es keine kostenlose und funktionierende Alternative gäbe zum angekündigten Wegfall!

 

Eine kostenlose alternative Lösung

Ich hatte weiter oben schon beschrieben, dass aktuell bereits nicht mehr die neuesten Pantone-Farben in Adobe-Programmen vorhanden sind. Wem dieser aktuelle Stand jedoch ausreicht, der kann sich diesen ja sichern.

Suche auf deiner Festplatte nach „acb”-Dateien mit „Pantone“ im Dateinamen und kopiere sie an einen sicheren Platz. In der Ankündigung ist ja die Rede davon, dass diese Bibliotheken „entfernt” werden. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass durch das Installieren von zum Beispiel InDesign CC2023 oder eines Updates von Illustrator CC2022 tatsächlich bereits installierte Dateien entfernt werden. Aber sicher ist sicher.

Ob man diese geretteten acb-Dateien dann in die neue Version des Programms laden kann, werden wir sehen.

 

Kommentar

Was soll man von dieser Entwicklung nun halten? Einige Kommentatoren beschimpfen die beteiligten Firmen Adobe und Pantone, weil diese nur Geld verdienen wollen und zudem die Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür ist, wie sehr Adobe seine Kunden verachtet und der Druckindustrie den Rücken kehrt.

Ich persönlich sehe das ein wenig anders. Natürlich ist es die Aufgabe der Firmen Geld zu verdienen. Alle oben genannten Kritiker würden verstummen, hätten sie Aktienanteile an den Firmen, die sie jetzt beschimpfen.

Ich kritisiere, dass die Ankündigung still und heimlich und nur 4 Monate im Voraus stattfindet. Wer das nicht rechtzeitig mitbekommt, davon überrascht wird und seinen Workflow auf die existierende Lösung aufbaut, wird ein böses Erwachen erleben. Zudem kritisiere ich, dass der Ersatz (das PlugIn) als „kostenlos” angeboten wird und im Nachhinein kostenpflichtig wird. Ich kritisiere, dass man „an einer alternativen Lösung für die betroffenen Produkte arbeite und man uns auf dem Laufenden halte“. Ich hätte erwartet, dass man eine Lösung hat, wenn man eine solche Entscheidung trifft und diese publiziert. Dieser Aspekt ist für mich eine Verhöhnung der Kundschaft.

Nun bleibt uns nicht mehr, als uns vorzubereiten und die Entwicklung im Auge zu behalten.

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Adobe After Effects

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In der Satzkiste dreht es sich tatsächlich nicht nur um „Print“ und „InDesign“ – sondern auch um Animation und Bewegtbild.

Für die Realisierung solcher Projekte für unsere Kunden, für die IDUG-Stuttgart und auch für die Satzkiste selbst nutzen wir hier Adobe After Effects.

After Effects ist ein Adobe-Programm für die Erstellung von professionellen Animationen und visuellen Effekten. Damit werden zum Beispiel auch Titelsequenzen für Hollywood-Filme erstellt oder Effekte bei Netflix-Produktionen erzeugt. Ein unglaublich spannendes Tool also!

In der Satzkiste realisieren wir zwar keine filmischen Blockbuster, aber unterstützen bspw. die Marketingabteilung eines Kunden, in der mit After Effects die Materialien für den Instagram-Kanal angefertigt werden. Dafür haben wir die After-Effects-Templates erstellt, die es auch wenig geübten Anwendern ermöglichen, zügig und effizient ansprechende Animationen zu produzieren. (…denn Templates gibt es schließlich nicht nur in InDesign)

Zusätzlich haben wir die Marketeers geschult und nicht nur in After Effects allgemein fit gemacht, sondern auch in der Benutzung der auf ihre spezifischen Bedürfnisse angepassten Templates. Damit steht dem zielführenden Einsatz des Programms und der Erstellung gut animierten Contents nichts mehr im Wege, ganz unabhängig von den individuellen Vorkenntnissen jedes einzelnen.

Auch in diesem Bereich ist uns der individuelle Support ein besonderes Anliegen beim nachhaltigen Einsatz des Tools. Hierfür gibt es eine kundenspezifische E-Mail-Adresse, die mehrere Satzkisten-Kolleg:innen abrufen und für schnelle Antworten sorgen. Sollten bei der täglichen Arbeit also doch mal Fragen oder Probleme auftauchen, sind wir schnell und einfach erreichbar!

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