Korrekturworkflow mit Acrobat: PDF Kommentare laden ewig

Korrekturworkflow mit Acrobat: PDF Kommentare laden ewig

Wer mit Acrobat und PDFs einen Korrekturworkflow mit seinem Kunden oder Dienstleister lebt, ist in diese Falle vielleicht schon einmal gelaufen. Und im schlimmsten Fall ist es noch nicht einmal aufgefallen. Wenn im PDF sehr viele Kommentare enthalten sind, kann es ewig dauern, bis diese in Acrobat geladen sind. Das kann in der gemeinsamen Arbeit zu großen Problemen führen.

 

Das Problem

Uns ist ein PDF untergekommen, das 1541 Kommentare enthielt. OK, das sind viele. Aber es kommt in der Tagesarbeit eben manchmal dazu, dass so viele Kommentare notwendig sind.

Wenn ich in Acrobat dieses PDF öffne, würde ich erwarten, dass die Anzahl der Kommentare, die im PDF enthalten sind, in der Kommentarzeile korrekt angezeigt wird. Das wären also in diesem Fall „1541“. Das ist aber leider nicht der Fall gewesen! Stattdessen zeigt mir Acrobat zunächst eine kleinere Zahl an und zählt dann in aller Seelenruhe hoch. Wenn ich also nach dem Öffnen die Zahl checke und da steht nur „10“ statt „1541“ gehe ich von falschen Voraussetzungen aus und übersehe ggf. eine große Zahl von Änderungswünschen meines Kunden.

In diesem Video kann man das Problem sehen. Aber Achtung: Es dauert über 7 Minuten, bis die komplette Zahl an Kommentaren „1541“ dargestellt wird.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Problem ist nicht, dass das Laden von 1541 Kommentaren zu lange dauert! Das Problem ist, dass die Anzeige der Anzahl der Kommentare 7 Minuten dauert! Das muss doch schneller gehen!!

Die technischen Voraussetzungen waren übrigens optimal: Die Datei lag lokal auf meiner Platte, die 32 GB Arbeitsspeicher und der i7-Prozessor haben sonst nichts zu tun gehabt.

 

Die Lösung von Adobe

Wir haben natürlich bei Adobe nachgefragt. Dies ist die Antwort:

Bitte setzen Sie einmal auf einer Testmaschine, auf der das Problem auftritt, die folgenden beiden Registry Keys:
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Adobe\Adobe Acrobat\DC\AVGeneral]
„bOSRCommentView“=dword:00000001
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\WOW6432Node\Adobe\Adobe Acrobat\DC\FeatureState]
„bDeferAnnotMenuUpdate“=dword:00000001
Starten Sie dann Acrobat und testen Sie dann, ob das Verhalten sich verbessert.

Nun, zum einen ist dies keine Lösung gewesen, weil wir dadurch die Ladezeit nur auf 5 Minuten reduzieren konnten. Und zum anderen ist das „fummeln“ in der Registry sicher nicht für jeden Anwender eine gute Idee. Die meisten Anwender werden (zu Recht) keine Berechtigung dazu haben.

 

Die wirkliche Lösung

Eine Lösung für das Problem gibt es, bis auf Weiteres, nicht! Du bist jetzt im Vorteil, dass du das Problem kennst und hoffentlich beim nächsten Mal daran denkst, dass die Anzahl von Kommentaren in Acrobat nicht sofort korrekt angezeigt wird.

Kommentar

Ich dachte eigentlich, dass ich das „Portable Document Format“ einigermaßen verstanden hätte. Also z.B. wie es intern aufgebaut ist und wie die Strukturen mit „Text“ und „Schriften“ und „Bildern“ und „Farben“ usw. in einer PDF-Datei hinterlegt sind. Dann bin ich doch überrascht, dass die Anzahl der Kommentare nicht einfach in der Datei „drinstehen“ und beim Öffnen der Datei im Acrobat einfach „angezeigt“ wird. Stattdessen muss Acrobat, und natürlich auch der Acrobat Reader, bei jedem Öffnen die vorhandenen Kommentare zählen. Und dass dann auch noch in einer Geschwindigkeit, die mich an das Herunterladen von MP3-Dateien 2001 erinnern – nicht, dass ich das damals gemacht hätte 😳

Christoph Steffens

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2 Jahre Home-Office – und wie geht’s weiter?

2 Jahre Home-Office – und wie geht’s weiter?

Vor gut zwei Jahren wurde es nach den Gerüchten und Geschichten rund um „das neuartige Virus Sars-Cov 2“ auf einmal ernst:
In der Satzkiste wurden die letzten Desktop-PCs durch Laptops ersetzt und alle testeten mal „für den Fall der Fälle“ die VPN-Verbindung von zu Hause aus.
Wir haben Masken bestellt, Einmal-Handtücher und viel Desinfektionsmittel.

Und ab dem 22. März 2020 hat sich bei uns – ebenso wie in vielen, vielen anderen Agenturen – der Arbeitsalltag umgedreht: die Kiste war plötzlich leer.

Beinahe alle Kollegen waren zu Hause und haben sich so gut es eben ging im privaten Großraumbüro neben den Partnern, den Home-Schooling-Kindern und den Kindergartenkindern eingerichtet. War ja nur für ein paar Wochen.

 

Und auf einmal sind alle im Home-Office

Zwei Jahre später haben wir mal ein Fazit gezogen: Wie ist es im Home-Office und wie machen wir weiter?

Rein betriebswirtschaftlich kann man sagen: es hätte nicht besser laufen können. Es lief einfach reibungslos weiter. (In unserer Branche ist das ja im Vergleich zu vielen anderen auch ganz einfach möglich.)
Es braucht schlichtweg keine Kontrolle, wenn das gesamte Team schon immer aus verantwortungsvollen Kollegen bestand, die auch im Büro aus einer inneren Motivation heraus ihre Projekte gestemmt haben. Und wir haben nebenbei ziemlich viel Druckerpapier und Toner eingespart.

Wir testeten uns durch verschiedenste Meeting-Tools und VPN-Clients. In den Video-Konferenzen waren meist einige Kinder anwesend und man machte sich nicht nur einmal zum Clown, um diese zum Lachen zu bringen.
Es sind sogar Freundschaften zwischen 6-Jährigen entstanden, die sich vermutlich ohne die video-telefonierenden Mütter nie kennengelernt hätten.

Niedrigschwellige Screencast-Programme ersetzten den Blick über die Schulter. Über das Jahr hinweg wurden Screenshots unterschiedlichster Gesichtsausdrücke der Kollegen gesammelt, um am Jahresende ein „Best-Of-Plakat“ daraus zu gestalten. Es wurde hier und da weiterhin gemeinsam online zu Mittag gegessen und an interne Besprechungen der Flurfunk gehängt („Aber jetzt sag mal – wie war das Wochenende?!“).

Es wurden Päckchen verschickt mit Schnelltests, Masken sowie Schokolade für die Nerven; Bastelsets für die Kinder und gutem Wein für die Online-Weihnachtsfeier. Und anstatt die Blumensträuße zum Geburtstag auf den Schreibtisch zu stellen, werden sie nun eben ins Home-Office geliefert.

Arbeiten außerhalb unseres Großraumbüros ist ohne unsere Viel-Telefonierer ruhiger und fokussierter möglich. Für unsere Pendler (bis zu 3 Stunden pro Tag!) ist der Zugewinn an Freizeit ein Segen. Auch, dass mal nebenher eine Waschmaschine läuft (wer macht das nicht) oder dem Handwerker die Tür geöffnet werden kann.

 

Das Für und Wider von mehr Flexibilität

Arbeiten ist deutlich flexibler möglich, was allen zugute kommt.
Langer Spaziergang mit dem Hund am Mittag? Klar.
Kurz die Kinder und deren Freunde versorgen? Bis gleich!
Sonne genießen, dafür abends nochmal ran? Ja, nutz das aus!

Manche haben auch die Chance ergriffen und ihren Lebensmittelpunkt etwas weiter weg verlegt, sogar bis ins Ausland. Ohne die Pandemie wäre es eine Entscheidung zwischen Job und Privatleben gewesen, jetzt geht beides.
Alles ist möglich.
Und wir haben festgestellt: Man muss aufpassen.

Wer während mehrerer Lockdowns daran gewöhnt war, mit Kindern zu Hause zu arbeiten, macht das auch weiterhin.
Kita-Streik? Früher ein Urlaubstag, heute kein Problem. Wir haben ja gesehen, dass das geht.
Eine fiese Erkältung abbekommen? Ich leg mich kurz hin, schau aber gleich in die Mails und bin zum Meeting wieder da.
Kind krank? Projekt wird dennoch fertig, mach ich das eben nachts und am Wochenende.

Da freut sich der Arbeitgeber! Ist aber für denjenigen, der zwischen Telefonaten noch spuckende Kinder versorgt statt in Ruhe seine Mails zu lesen, eine ziemliche Doppelbelastung. Und auch für denjenigen, der eigentlich dringend eine Pause braucht, aber gar nicht weit genug weg kann von Laptop und Telefon.

Das ist keine Situation, die über Jahre hinweg funktionieren kann.

 

Was wir daraus gelernt haben

Gerade jetzt stehen wir vor der Herausforderung, wenn viele Kollegen und deren Kinder krankheitsbedingt ausfallen und irgendwie die Erwartung im Raum steht, dass man dennoch weiterarbeiten kann. Oder die restlichen Kollegen das locker auffangen können, die sind ja „eh da“.
Geht doch. Oder?

Ständige Erreichbarkeit darf nicht zur Normalität werden, nur weil der Rechner neben dem Esstisch steht.
Es braucht von beiden Seiten ein Maßhalten zwischen Geben und Nehmen. Dann können die Vorteile genutzt werden, ohne in Nachteile umzuschlagen.
Die Firma gibt Freiheiten und vertraut darauf, dass verantwortungsvoll damit umgegangen wird.
Die Kollegen geben Flexibilität und vertrauen ebenso darauf, dass das nicht bis zur Erschöpfung ausgenutzt wird. Und die Kunden können auf ein gesundes und stabiles Team vertrauen. Dann funktioniert das wunderbar.

 

Wie wir in Zukunft mit Home-Office umgehen

Ins Büro kommen muss keiner mehr. Nicht im März, nicht im April und nicht im Sommer. Aber alle, die noch im Großraum Stuttgart wohnen, kommen freiwillig zurück. Die meisten im Wechsel zwischen Büro und Home-Office. Oder täglich, wenn’s passt.

Und alle, die weiter weg sind, wollen ebenfalls bald mal wieder kommen und die Kollegen treffen. Denn dieses Jahr steht noch ein gemeinsamer Kochkurs an. Und vielleicht noch einmal ein „Out-Of-Homeoffice“-Tag beim Wandern.

Bis dahin verquatschen wir weiterhin Zeit in unseren Team-Besprechungen, schicken mehr oder weniger geistreiche GIFs in den Gruppen-Chat und freuen uns ein Loch in die Mütze, wenn wir den ein oder anderen Kollegen endlich mal wieder persönlich sehen.

Einer unserer Kollegen kam übrigens während des Lockdowns zu uns. Wie wie man die Kollegen via Skype kennenlernt und wie man sich mit einem kaum-anwesenden Team in Projekte einarbeitet, wird er uns demnächst hier erzählen!

 

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Korrekturworkflow mit PDF: Der Haken am Kommentar kann täuschen

Korrekturworkflow mit PDF: Der Haken am Kommentar kann täuschen

Das Problem

Wer PDF-Daten nutzt, um zwischen Kunde und Dienstleister Korrekturen auszutauschen, der arbeitet in Acrobat mit „Kommentaren“ bzw. „Notizen“. Wenn es nun darum geht, die Kommentare zu lesen und die Änderungs- und Korrekturwünsche umzusetzen, dann hilft (vermeintlich) das kleine Quadrat in der unteren Ecke eines jeden Kommentars. Dort kann man den Kommentar „abhaken“. So arbeitet man sich also durch das PDF und dessen Kommentare, bis alle abgearbeitet sind. Diese „Häkchen“ kann man im Filter ein- oder ausblenden, sodass man damit seine Arbeit praktisch verwalten kann. Nun kommen wir aber zu dem Haken an der Sache! Diese Häkchen an den Kommentaren sind nur für den sichtbar, der sie setzt! Der Kollege oder der Kunde, der das PDF erhält, sieht diese nicht!

Die Lösung

Wenn man diese Informationen also über mehrere Rechner oder Personen hinweg kommunizieren möchte, nutzt man besser den „Status“.

Wenn du einen Kommentar durch Anklicken aktivierst, erscheinen drei kleine Punkte in der rechten oberen Ecke des Kommentars. Ein Klick auf diese öffnet ein Pulldownmenü, dort gibt es den Menüpunkt „Status festlegen“ unter dem du wiederum aus fünf Status auswählen kannst.

Diese Status erzeugen kleine Symbole im Kommentar und können ebenfalls über den Filter ein- und ausgeblendet werden.

Sie hängen nun am Dokument und der Kollege, der die PDF öffnet oder der Kunde, der sie erhält, sieht die gleichen Status.

Kleiner Hinweis: Diese Info gilt für Acrobat Professional und Reader in der Version 2021 und wurde im März 2022 erstellt. Je nach dem, wann du diesen Artikel liest, sieht das ganze vielleicht etwas anders aus.

Kommentar

Ein moderner Korrekturworkflow funktioniert über PDF und der Kommentarfunktion. Daran besteht kein Zweifel. Dass Adobe aber den „Haken“ nur persönlich nutzbar gemacht hat, man ihn also nicht mit seinen Partner „teilen“ kann ist verwunderlich. „Intuitiv“ ist das sicher nicht. Aber dank dieses Blog-Artikels fällst du in diese Falle nicht mehr!

Christoph Steffens

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Speicherort von Dateien ermitteln

Speicherort von Dateien ermitteln

Hin und wieder ist es notwendig, den Speicherort von Dateien ermitteln. Es gibt ja viele Möglichkeiten eine Datei in einem Adobe Programm zu öffnen. Ein Doppelklick auf die Datei im Explorer oder Finder ist natürlich die naheliegendste. Aber es geht auch über „Letzte Dateien öffnen …“ im Menü „Datei“ oder über „Zuletzt verwendet“ im Startfenster.

Aus InDesign heraus ist es ein sehr praktischer Weg in der Palette „Verknüpfungen“ die Funktion „Original bearbeiten“ bzw. „Bearbeiten mit“ zu nutzen. Das ist viel flotter, als die Datei im Finder oder Explorer zu suchen und von dort zu öffnen.

Wenn ich jedoch auf diesem Weg eine Datei öffne, weiß ich nicht wo sie liegt. Der Weg zu der Datei ist unklar. Möchte ich die Datei nun per E-Mail verschicken, muss ich mich unter Umständen mühsam durch verschiedene Ordner klicken, um den Speicherort zu finden. Oder aber ich möchte zu einer Datei, die im gleichen Ordner liegt wie die gerade offene. Aber wo ist der „Speicherort“ auf der Festplatte oder dem Servervolume?

Die Adobe-Programme bieten nun verschiedene Möglichkeiten das Problem zu lösen. Sehr unangenehm für uns Anwender ist jedoch, dass es hier keinen einheitlichen Weg in allen Programmen gibt. Jedes Programm und jedes Entwicklerteam bei Adobe rührt da sein eigenes Süppchen. Und wir Anwender dürfen es auslöffeln. Aber zum Glück gibt es diesen Blog, der dir erklärt, wie es geht.

 

In allen Programmen

Ein Weg, der in allen Programmen funktioniert, ist „Speichern unter …“. Mit etwas Glück öffnet das Programm dann den Ordner, in dem die gerade aktive Datei liegt. Das kann aber auch daneben gehen, wenn man z. B. eine konvertierte Datei vor sich hat. Wenn man zum Beispiel in einer aktuellen InDesign-Version eine alte InDesign CS6-Datei geöffnet hat. Vor allem ältere Programmversionen öffnen dann nicht den „richtigen“ Ordner, sondern den Ordner, in welchen die letzte Datei hinein gesichert wurde.

Nun schauen wir aber mal, wie uns die einzelnen Adobe Programme, mit denen wir hauptsächlich arbeiten, den Weg zur Datei anzeigen:

 

InDesign

In InDesign gibt es im unteren linken Fensterrahmen ein kleines Symbol, das aussieht, wie eine leere Seite oder ein Dokument. Ein Klick darauf bietet uns an, die Datei im Finder bzw. Explorer oder sogar in der Bridge zu öffnen. Diese Funktion finde ich tatsächlich am elegantesten. Von allem folgenden und ich würde mir wünschen, dass Adobe dies in seine Richtlinien für die Benutzerführung für alle Programme übernehmen würde. Zu Thema „Bridge“ müssen wir übrigens in einem anderen Blogartikel mal ausführlich reden.

 

Photoshop

In Photoshop klickt man einfach mit der rechten Maustaste auf den Reiter des Dateifensters. Im Kontextmenü zeigt sich der Befehl „Im Explorer anzeigen“ oder „Im Finder öffnen“.
Sehr schade finde ich, dass die Entwickler von Photoshop die „Bridge“ offensichtlich nicht kennen und keine Veranlassung sehen an dieser Stelle das Programm „Bridge“ im Kontextmenü anzubieten.

 

Illustrator

Für Illustrator kenne ich keinen Weg sich den Speicherort anzeigen zu lassen.

 

Acrobat

In Adobe Acrobat gibt es auch einen Weg. Der ist aber nicht gerade ein schnurgerader Weg, sondern ziemlich „durch die Brust ins Auge“, also alles andere als intuitiv.
Wenn du ein PDF geöffnet hast, dann klicke auf den Reiter „Start“. Das aktuelle Dokument sollte in der Liste „Zuletzt verwendet“ ziemlich weit oben stehen. Wenn du diese Datei nun durch Anklicken aktivierst, erscheint sie in der rechten Spalte mit der Darstellung eines Thumbnails, einigen wenigen Metadaten und einigen Werkzeug- und Bearbeitungsvorschlägen.
Unter dem Thumbnail und dem Dateinamen wird auch der Pfad angezeigt. Diese Pfadangabe ist anklickbar. Da kommt man aber erst drauf, wenn man mit der Maus drüberfährt. Klicke einfach auf diese Pfadanzeige und der Ordner wird geöffnet.

Warum Adobe hier bei jedem Programm das Rad neu erfindet und nicht in jedem Programm die gleichen Funktionen anbietet, bleibt unklar. OK, die Programme haben alle Ihre eigene Geschichte und Notwendigkeiten. Und die Anwender sind jeweils das Verhalten ihrer Programme gewohnt. Aber das äußerst geschickte Dokumentensymbol aus InDesign könnte doch problemlos den Weg in Photoshop oder Illustrator finden. Oder die Möglichkeit, die oben für Photoshop beschrieben ist, könnte problemlos in InDesign eingebaut werden. Schade, dass Adobe auch hier wieder die Nutzung der Programme unnötig erschwert.
Auch das Programm „Bridge“ und dessen Nutzung könnte an der Stelle weiter gefördert werden.

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Hilft beim Durchblicken: Die Dokumentchronik in InDesign

Hilft beim Durchblicken: Die Dokumentchronik in InDesign

Wer kennt das nicht? Eine InDesign-Datei zickt rum, und dann: Programmabsturz. Zum Beispiel während des Druckvorgangs. Oder das Blättern durch die Seiten lässt das Programm einfrieren. Eventuell funktioniert der PDF-Export nicht oder InDesign bricht einfach mitten im Prozess ab. Ein Blick in die „Dokumentchronik“ gibt dir darüber Aufschluss, ob es sich beim betroffenen Dokument um eine ältere Datei mit einer längeren Geschichte handelt. Dies kann dir bei der Ursachenforschung behilflich sein.

Die Dokumentchronik gibt es in InDesign schon ewig. Wahrscheinlich seit der ersten Version im Jahr 1999. Es gibt keinen Menübefehl und keinen Hinweis auf die Dokumentchronik in der Oberfläche des Programms. Man gelangt zu ihr nur über einen „geheimen“ Mausklick. Warum Adobe den Zugriff nicht präsenter macht, weiß niemand. Es ist echt schade, dass Adobe da ein Geheimnis daraus macht. Leider ist diese Information auch nicht per Script auslesbar oder über die Bridge einsehbar; sehr schade. Aber dieses Geheimwissen teile ich heute mit dir 😉
Um an die „Dokumentchronik“ zu gelangen klickt man unter macOS mit gedrückter Befehlstaste auf InDesign > Über InDesign. Am PC klickst du mit gedrückter Strg-Taste auf Hilfe > Über InDesign. So öffnet sich das Fenster mit Informationen zum Programm und zum Dokument.

Im oberen Bereich des Fensters, dass sich nun geöffnet hat, finden sich zunächst Informationen zum verwendeten InDesign. Im Screenshot sieht man, dass ich aktuell InDesign in der Version 16.1.0.20 verwende. Die restlichen Informationen sind eher uninteressant bzw. schwer oder nicht zu interpretieren.

Interessant sind jedoch die Informationen im Bereich „Dokumentchronik“. Diese sind im Übrigen über Klick auf den Knopf „Protokolldatei schreiben“ auch exportierbar. So kannst du diese Archivieren oder einem Kollegen oder Kunden oder Dienstleister zukommen lassen.

 

Achtung bei QuarkXress- oder Pagemaker-Quelldaten

Mein Blick geht bei Problem-Dateien zunächst immer zu den beiden Punkten „Aus QuarkXPress umgewandelt“ und „Aus Pagemaker umgewandelt“. Wenn dort „ja“ steht, klingeln die Alarmglocken. OK, das ist zunehmend seltener der Fall. In den Anfangsjahren, als die Druckindustrie sich von QuarkXPress ab- und InDesign zuwand, kam dies sehr oft vor. Aber der Blick lohnt dennoch, denn in dem Fall muss die Datei dringend über einen Export ins idml-Format bereinigt werden, wie in folgendem Beispiel, einem wirklichen Unikat aus vergangenen Zeiten:

 

Ich kann zwar nicht genau sagen, warum es einen Zusammenhang gibt zwischen Problemen mit einer InDesign-Datei und der Tatsache, dass diese aus Pagemaker oder QuarkXpress konvertiert ist. Fakt ist aber, dass dieser Zusammenhang in der Vergangenheit extrem oft bestand und die weiter unten beschriebenen Maßnahmen erfolgreich das Problem lösen konnten.

Wenn man in der Dokumentchronik nach unten scrollt, kann man die komplette Historie des Dokumentes sehen. In dem Fall im Screenshot wurde die Datei auf einem Windows-System in der InDesign Version 8 (also CS6) im Jahre 2010 erzeugt.

Du siehst richtig: Jedes „Speichern“ der Datei wird in dem Protokoll vermerkt.

 

Wieso hilft nun die Dokumentchronik bei der Fehlerbehebung?

Garnicht. Aber bei der Ermittlung des möglichen Verursachers. Hätte ich nun mit diesem InDesign-Dokument Probleme, dann könnte das am „Alter“ der Datei liegen, respektive daran, dass es seit CS6 in mehreren InDesign-Versionen gespeichert wurde. All das ist in der weiteren Historie sichtbar. Ebenfalls würde es mich misstrauisch machen, wenn die Datei mit einem anderen Betriebssystem erzeugt oder zwischenzeitlich gespeichert wurde als meinem.

Auf der rechten Seite des Screenshots ist zu sehen, dass in meinem InDesign PlugIns fehlen, die aus Sicht des Dokumentes jedoch notwendig sind. Auch hier schrillen die Alarmglocken. Gegebenenfalls kannst du mit den Namen, die du in deinem Fall dort lesen kannst, nichts anfangen. Dann sind es PlugIns, die jemand in seinem InDesign installiert hatte, als er die Datei bearbeitet und gespeichert hatte. Auch hier gilt: Kann man machen, aber wenn es Probleme gibt mit der Datei, könnte es daran liegen. Bist du ein Dienstleister, dann solltest du darüber mit dem Kunden reden. Gegebenenfalls musst du das PlugIn kaufen. Bist du der Kunde, und eine Datei kommt von einem Dienstleister, z.B. einem Setzer, zu dir zurück und es werden fehlende PlugIns angezeigt, dann ist ein Gespräch mit diesem Dienstleister angesagt.

Nicht missverstehen: Es ist durchaus „erlaubt“ mit Dateien zu arbeiten, die 10 Jahre alt sind. Man darf auch mit Dateien arbeiten, die in der Vergangenheit mit mehreren unterschiedlichen InDesign-Versionen oder unterschiedlichen Betriebssystemen gespeichert wurden. Das „Fehlen von Zusatzmodulen“ ist ebenfalls an sich kein Problem.

Aber, wenn eine Datei Probleme macht und diese Informationen aus der Dokumentchronik herauszulesen sind, könnte das darauf hinweisen, dass hier die Ursache für dein Problem liegt. Keiner dieser Informationen (außer die „Umwandlung“ aus QuarkXPress und Pagemaker) ist „schlecht“ oder „nicht erlaubt“.

Was kann ich mit meiner Problemdatei also tun, wenn alle bisherigen Maßnahmen ohne Erfolg gekrönt waren und mir nun die Dokumentchronik einen verdächtigen Hinweis aufzeigt?

Dann wird es Zeit einen „Vollwaschgang“ in Erwägung ziehen. Informationen zum „Vollwaschgang“, also dem Export ins idml-Format, gibts hier:

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Und hier noch ein Video zur Dokumentchronik:

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